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Sichtwechsel BplusE® Interview 1/2015
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Dezember 2015
Liebe Leserin
Lieber Leser


2015 war für viele ein anspruchsvolles Jahr, vielleicht auch für Sie? Was gab es da alles an wichtigen, dringlichen, unbedingten, anspruchsvollen, hochkomplexen Projekten und Ereignissen. Erfreulich und herausfordernd, auf bekanntem und neuem Terrain. Um all das zu meistern und Ihren ganz persönlichen Umgang damit zu finden, hat es möglicherweise den ein oder anderen Sichtwechsel gebraucht. Sie waren gefordert einen neuen Standpunkt einzunehmen, die Welt mit anderen, neuen Augen anzuschauen. Und genau das hält uns wach und kreativ. Genau das stärkt uns für all das, was noch kommen mag.

Daher wünsche ich Ihnen für die kommenden Festtage und im neuen Jahr jede Menge Gelegenheit für vielfältigste Sichtwechsel. Sie sind das Salz in der Suppe, das Sahnehäubchen in unserem Leben.

Mein guter Kollege Menno Huber findet diese immer wieder bei seinen jährlichen Hundeschlittentouren und dem damit verbundenen hautnahen Erlebnis der Einfachheit – mehr dazu
im «Sichtwechsel BplusE© Interview» (siehe unten).

Einfachheit durfte auch ich bei meiner letzten Afrikareise  erleben. Die Zeit in einem einfachen Bush Camp und die Walking Safaris waren ein Erlebnis der besonderen Art.

In diesem Sinne eine glückliche und «einfache» Zeit für Sie.

Herzliche Adventsgrüsse

Beatrice Erb

PS: Anstelle von Karten unterstützt BplusE ein Bildungsprojekt in Afrika.

 
DAS INTERVIEW.

Beatrice Erb (BE): Menno, du bist Organisationsentwickler mit eigener Consulting Firma. Regelmässig im Winter fährst du nach Nordschweden, wo du eigene Hundeschlittentouren anbietest. Was ist deine jährlich wiederkehrende Motivation dafür?
Menno Huber (MH): Die Hundeschlittentouren sind für mich regelmässige kleine Auszeiten. Die Arbeit mit den Huskys und das Unterwegssein in den winterlichen Bergen bei Wind und Wetter schaffen für mich einen erholsamen Kontrast zu meinem Berufsalltag.
Fasziniert bin ich von diesem ganz besonderen Charme des Winters im Norden. Der Schnee reduziert die Farbigkeit. Landschaften erscheinen wie Schwarz-Weiss-Fotos. Die wenigen Birken werden zu Silhouetten und manchmal kann man im Gewirr der Äste Schneehühner oder mit etwas Glück einen Elch entdecken. Die Reisen auf dem Hundeschlitten erlebe ich fast meditativ. Da ist die Konzentration auf den Weg und die Hunde. Wenn es gut läuft, bleibt auf der Reise von einer Hütte zur nächsten viel Zeit zu sinnieren.

BE: Das klingt nach Entschleunigung?
MH (lacht): Entschleunigung – «Ja», vor allem bedeutet es aber, dass sich der Alltag auf ganz natürliche Weise vereinfacht. Ich habe dabei, was in den Schlitten passt und was die Hunde ziehen können. Der Tagesablauf ist geprägt von den Bedürfnissen der Hunde und der Menschen. Auf den Hütten müssen wir selber für uns sorgen, Wasser holen, Holz hacken und kochen. Diese Einfachheit tut jedes Jahr wieder gut und wenn der Tag in der Sauna endet, war er mehr als perfekt.

BE: Gibt es Parallelen zwischen den Aufgaben als Organisationsentwickler und denen als Musher bzw. Tourenleiter? Und wenn ja, welche?
MH: Es gilt, in beiden Rollen auf die Menschen und ihre Bedürfnisse einzugehen ohne den Blick auf das Ganze zu verlieren. In beiden Fällen gibt es Grenzen des Möglichen. Diese gilt es aufzuzeigen. Und ich muss klären, wie die Beteiligten damit einen angemessenen Umgang finden können.
Spannend finde ich auf den Touren immer wieder, wie schnell sich die Gäste mit ihren Schlittenhundeteams identifizieren. Die Teambildung Mensch – Hunde scheint ebenso schnell von statten zu gehen wie unter Menschen. Zudem überträgt sich die Stimmung einer Gruppe auf die Hunde. Funktioniert es in der Gruppe gut, überträgt sich die Dynamik sofort auf die Hunde. Umgekehrt natürlich auch.
BE: Die Hundeschlittentouren bedeuten für die Teilnehmer einen Sichtwechsel. Welcher Sichtwechsel ist für dich in deinem Leben der bedeutendste?
MH: Es gibt natürlich einige Ausbildungen und Erfahrungen, die für mich Sichtwechselerlebnisse darstellen. Stark beeinflusst hat mich meine gruppendynamische Weiterbildung. Ich habe sehr direkt erlebt, wie ich in einer Gruppe wirke und wie die Gruppe mein Verhalten beeinflusst.
Das hat mein Führungsverständnis verändert. In der Arbeit mit Gruppen, als Berater und als Tourenleiter, steuere ich die Führungsrolle nun aktiver, zum Beispiel auch, indem ich Führung einmal gar nicht wahrnehme oder mich zurücknehme.  Oft reicht es ja, die Rahmenbedingungen vorzugeben und damit die Teilnehmer zu veranlassen, selber in die Führungsrolle zu gehen. Das ist ein Erfolgsfaktor, denn durch dieses Involvieren realisieren die Teilnehmer, dass sie gefragt sind, mitwirken und sich einbringen können. Das motiviert.

BE: Erlebst du Teilnehmer, deren Verhalten auf der Hundeschlittentour – für sie selber, aber auch für andere - eine Überraschung ist?
MH: Auf einer Hundeschlittentour in den Bergen kann es tüchtig winden und schneien. Es ist kalt und die Sicht eingeschränkt. Der Wind rüttelt am Schlitten und das Vorankommen ist wegen den Schneeverwehungen schwierig. Viele erleben sich in dieser Situation als viel stärker als sie annehmen. Zusammen mit dem Schlittenhundeteam eine Herausforderung zu meistern macht stolz. Manchmal kommen wir auch Jahre später in Gesprächen auf solche Erlebnisse zurück.

BE: Die Weihnachtszeit lädt zu einem Wintererlebnis geradezu ein und deine tolle Website mit den wunderschönen Bildern zu bisherigen Touren lässt sogar das Herz einer Nicht-Wintersportlerin höher schlagen. Welche Touren Erlebnisse kannst du meinen Leserinnen und Leser ganz sicher versprechen?
MH: Winter pur ist versprochen! Lappland und besonders das skandinavische Gebirge (Fjäll) ist die letzte Wildnis Europas. Viel Natur ist garantiert. Was die meisten Gäste nach der Tour hervorheben sind die Schlittenhunde. Ihre Leistungsbereitschaft gepaart mit ihrer Freundlichkeit zu erleben, ist etwas Besonderes.
Und dies, obwohl viele im voraus fragen, ob die Hunde denn wirklich so viel und streng arbeiten möchten. Die Frage klärt sich spätestens nach dem ersten Start, wenn sie erlebt haben mit welchem Enthusiasmus sich die Schlittenhunde in die Leinen legen und nicht ruhen bis das Ziel erreicht ist. Ich hatte auch schon Leute auf Touren, die eigentlich nicht viel mit Hunden anfangen können. Zu ihrer Überraschungen fällt es auch ihnen (und allen anderen sowieso) am Ende der Tour schwer sich von ihren Hunden zu verabschieden.
Zudem machen die Hütten einen Teil des Charmes der Bergtouren aus. Sie sind praktisch eingerichtet und bieten eine gemütliche Unterkunft während den Touren. Das einfache Hüttenleben wird von allen als wohltuend erlebt. Wer im Hochwinter reist, hat die Chance Nordlichter zu sehen. Ein besonderes Erlebnis.

BE: Die Schlussfrage an meine Interviewpartner lautet wie immer:
Wenn Du einen Liebesbrief an Dein Leben schreiben würdest, welche zwei Sätze stehen da ganz sicher drin?

MH: Zwei Sätze reichen nicht aus, um meine Dankbarkeit auszudrücken. Ich bin zunächst dankbar für die langjährige Beziehung zu meiner Frau. Vorkommen muss in diesem Brief der hohe Lebensstandard in der Schweiz wie auch mein Arbeitsleben. Es hat mir in verschiedenen Funktionen und Projekten sehr vielfältige Erfahrungen ermöglicht. Alle sind mir nützlich für meine Arbeit als Organisationsberater.
MENNO HUBER.
Er wusste schon ganz jung: «Was ich tue, tue ich mit Leidenschaft aber wahrscheinlich nicht bis ich 65 bin».
Als Pädagoge bildete er sich zum Schulleiter weiter, führte mehrere Jahre eine grosse Oberstufenschule und absolvierte verschiedene Beratungs-ausbildungen in systemischer Organisationsberatung im In- und Ausland.
Wenn er heute nicht als selbstständiger Organisationsberater und Coach für Teams und Organisationen tätig ist, ist er als Tourenleiter für Hundeschlittentouren in Nordschweden unterwegs, führt gelegentlich Fotokurse durch und bewegt sich auf alle Arten durch die Alpen.  Als vielseitig interessierter Mensch möchte er in seinem Leben für vieles und unterschiedliches Platz haben. Wenn sich etwas entwickelt, dann entsteht etwas Neues und dies motiviert den umtriebigen Endvierziger immer wieder, mit Mut und Unabhängigkeit seine Ziele zu erreichen. Mut bewies er auch in seinem neusten Projekt: Trotz voller Auftragsbücher zog er sich für eine viermonatigen Auszeit nach Nordschweden zurück. Und schrieb sein erstes Buch.  mondhund.commennohuber.ch
 
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