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Sympathie für Empathie | Relaunch | Wunder



Infobrief 2 | 2016

Sympathie für Empathie

Eine Kurzanleitung zum Perspektivwechsel

Gefühle hat jede. Jeder übrigens auch, selbst wenn es manchmal nicht so aussieht. Gefühle angemessen ausdrücken ist nicht leicht, Gefühle benennen ist schwer, die Gefühle anderer nachvollziehen ist eine Kunst. Sie wird über lange Zeit geübt, braucht einfühlsames Training und gelingt uns doch nur eingeschränkt.

Schon im frühen Kindesalter beginnt das Training: Eltern spiegeln die Gefühle ihrer Kinder und machen Deutungsvorschläge z.B. für diffus geäußertes Unwohlsein. Sie reagieren auf die Gefühlsäußerungen des Kindes – je klarer, desto besser für das emotionale Lernen des Kindes. In Rollenspielen versetzen sich Kinder selbst in andere Welten, je vielfältiger und selbstgemachter, desto besser, je digitaler und vorgefertigter, desto ärmer. So entwickelt sich eine zentrale menschliche Fähigkeit: Empathie.

Bedürfnisse verstehen - Konflikte lösen

In der psychologischen Beratung nutzen wir diese Fähigkeit. Nicht nur als Beraterinnen und Berater versuchen wir beständig empathisch zu sein, wir laden auch die Ratsuchenden immer wieder zum Perspektivwechsel ein. Das ist der Versuch, sich in die Lage derer zu versetzen, die Teil ihrer aktuellen Krise oder ihrer leidvollen Geschichte sind. Dieses Nachfühlen der Gefühle und Bedürfnisse der anderen ist eine entscheidende Voraussetzung für die Lösung von Konflikten und das Umschreiben der eigenen Lebensgeschichte. Aus der zickigen Kollegin kann so z.B. eine einsame Frau mit einem großen Bedürfnis nach Anerkennung werden, aus dem gleichgültigen Ehemann ein emotional überforderter Mensch, aus dem tyrannischen Jungen ein orientierungsloses Kind. Das bringt neue Perspektiven und erweitert die Handlungsspielräume:

  • „Wie würde wohl ihre Kollegin dieselbe Situation beschreiben?“
  • „Mal angenommen, ihr Mann könnte offen über seine Kindheit sprechen, was würde er wohl sagen?“
  • „Wenn Sie sich in die Lage Ihres Sohnes versetzen: wie würde er wohl seine Eltern beschreiben? Was würde er sich von ihnen wünschen?“
Das könnten Fragen sein, die wir in einer Beratungsstunde stellen. Natürlich bleibt auch in der psychologischen Betrachtung mancher Blödmann einfach nur ein Blödmann. Aber es ist doch erstaunlich, wie viele Knoten sich lösen, wenn wir die Perspektiven wechseln.


Beglückende Begegnungen


Nicht nur wenn es schwer wird, können Perspektivwechsel nützlich sein. Auch in ganz entspannten Begegnungen oder im durchschnittlich glücklichen Alltag kann es lohnen, die Welt hin und wieder bewusst aus den Augen der anderen zu betrachten. Wie ist wohl der Familienalltag für meine Kinder? Wie erleben wohl meine Eltern die Berichte aus meinem Alltag? Was ist es wohl, was meine Freunde an mir mögen?Manchmal stoßen wir dabei auf interessante Fragen. Und wenn wir uns selbst die Antworten nicht geben können, können wir sogar zum Äußersten gehen und etwas ganz Verrücktes tun: die anderen direkt fragen. Da gibt es oft bewegende Dinge zu hören!

Ganz ähnlich funktioniert übrigens ein gelungener Gottesdienst oder auch ein Gebet: wir treten heraus aus der üblichen, routinierten Perspektive, aus der selbst-zentrierten Sichtweise, in der wir unseren Alltag bewältigen und treten in eine andere Perspektive ein: in die Sicht Gottes auf uns. Und wenn es gut läuft, finden wir mehr Freundlichkeit, Hoffnung und Liebe, als wir selbst hervorbringen können. Das kann einen großen Unterschied machen. Perspektivwechsel zum Selbermachen Ohne viel Aufwand lassen sich im Alltag Perspektivwechsel hervorrufen. Probieren Sie es aus, wenn Sie wollen:

Selbstversuch 1: andere Wege gehen!
Nehmen Sie immer denselben Weg von der Bushaltestelle nach Hause, vom Büro zum Kopierer, von zu Hause zum Einkaufen? Nehmen Sie einfach mal einen anderen, auch wenn er länger oder umständlicher ist, und achten Sie darauf, was sich Ihnen Neues zeigt.

Selbstversuch 2: Plätze am Tisch tauschen!
Haben Sie am Tisch immer denselben Platz? Egal ob Sie allein essen, zu weit oder in größerer Runde – tauschen Sie einmal die Plätze (alle rücken einen Platz nach rechts oder jede/r sucht sich den Platz, von dem er/sie das Geschehen schon immer mal sehen wollte – was ist wohl anders?

Selbstversuch 3: Aus dem Mund der anderen sprechen…
Wenn Sie jemanden haben, der Sie gut kennt und sich auf so ein Spiel einlassen mag, probieren Sie es einmal aus: Zu einem selbstgewählten oder zufällig bestimmten Thema versucht der eine, ein paar Minuten lang für den anderen zu sprechen und der andere hört sich quasi selbst zu. Danach wird getauscht. Wer weiß – vielleicht hören Sie mal ganz ungewohnte Wahrheiten aus Ihrem eigenen Mund?


Lars Mandelkow

Relaunch

Die neue Internetseite der Christlichen Beratung Kiel ist online

Ein gutes Drittel der Ratsuchenden werden durch das Internet auf uns aufmerksam – Tendenz steigend. Zugleich nimmt die Nutzung von Smartphones bei der Suche nach Informationen zu. Außerdem ist unser Angebot im Laufe der Zeit umfangreicher geworden.

Alles zusammen waren das gute Gründe, unseren Internet-Auftritt neu aufzusetzen. Unser Angebot soll leicht gefunden werden, und die Schwelle zur Beratung soll möglichst niedrig sein. Unser Ziel waren also klare und übersichtliche Informationen für Ratsuchende und unseren Freundeskreis und eine einladende Gestaltung und gute Bedienbarkeit auch auf mobilen Geräten.

Wir finden, beides ist uns gelungen. Mit einer Portion Stolz auf das, was wir zeigen können, und einer doppelten Portion Dank an markenprofil | christof ortmann, der den Neuanfang für uns entworfen und umgesetzt hat, ist die Seite www.christliche-beratung-kiel.de runderneuert ins Netz gegangen.
Schauen Sie doch mal rein – wir freuen uns über Rückmeldungen!

Jetzt die neue Website ansehen!

Wunder

Eine Buchempfehlung

Wenn Sie den Perspektivwechsel literarisch nachvollziehen wollen ODER einfach mal wieder einen rührenden Roman lesen ODER ein Jugendbuch kennen lernen möchten, das alle gelesen haben sollten, die im weitesten Sinne mit dem Thema „Mobbing“ zu tun haben, dann sei Ihnen dieses hier ans Herz gelegt: „Wunder“ von Raquel J. Palacio, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Aber auch für Erwachsene ein ausgezeichnetes Buch!

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Upgrade

Neue Beratungsräume in Sicht

Die Beratungsstelle hat neue Räume: seit einem Jahr ist die Zweigstelle der Christlichen Beratung Kiel in der Erlöserkirche der Ev.-freikl. Gemeinde in Neumünster – das Angebot wird zunehmend in Anspruch genommen. Und später in diesem Jahr in den bisherigen Büroräumen der Apostelkirchengemeinde Kiel in der Eckernförder Straße 63. Wir freuen uns schon darauf, die Einweihung mit Ihnen zu feiern – wir werden den Termin bekannt geben.

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