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Liebe Interessierte,

das Jahr 2021 neigt sich dem Ende entgegen. Wir blicken trotz aller Umstände auf ein gutes und ereignisreiches Jahr zurück: Wir feierten unseren 15. Geburtstag, konnten interessante Veranstaltungen in neuen Formaten anbieten, neue Mitarbeitende nahmen ihre Arbeit auf. Auch in unserer internationale Jugendbegnungstätte ist es zum Jahresende alles andere als ruhig. Im Oktober verzeichneten wir zudem einen Gästerekord. Unserer Lagerdatenbank für Berlin konnten wir allein im letzten Jahr 222 neue verifizierte Einträge hinzufügen und bearbeiteten und ergänzten 443 bereits vorhandener Einträge.

Inzwischen laufen die Planungen für 2022. Wir freuen uns u.a. auf eine neue Veranstaltungsreihe und hoffen, wir können auch Sie dafür begeistern. Dazu gibt es neben unserem bekannten Buchtipp auch einen Podcast und einen Videotipp. Mehr dazu in diesem Newsletter.
Dear readers,

The year 2021 is drawing to a close. Despite all the circumstances, we can look back on a good and eventful year: we celebrated our 15th birthday, were able to offer interesting events in new formats, and new staff members took up their work. At the end of the year, it is anything but quiet in our international youth meeting centre, too. In October, we also registered a record number of guests. Last year alone, we were able to add 222 new verified entries to our camp database for Berlin and edited and supplemented 443 existing entries.

In the meantime, we are planning for 2022 and are looking forward to a new series of events, among other things, and hope that we can inspire you to join us. In addition to our well-known book tip, there is also a podcast and a video tip. More about this in this newsletter.

NS-Zwangsarbeit vor unserer Haustür

Neue Veranstaltungsreihe: 12 Berliner Bezirke, 12 Veranstaltungen

Vor 80 Jahren, im Jahr 1942, wurde Zwangsarbeit in Berlin zum Massenphänomen. Mit zunehmender Dauer des Krieges wuchs der Arbeitskräftebedarf der deutschen Wirtschaft ins Unermessliche. Im März 1942 schuf das NS-Regime mit dem „General bevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“ eine Zentralbehörde, um die Verschleppung von immer mehr Menschen effizienter zu organisieren. Im Rahmen der „Lagerbauaktion 1942“ entstanden in Berlin Hunderte neue Unterkunftslager.

Die Reihe nimmt in 12 Veranstaltungen die einzelnen Berliner Bezirke in den Blick. Was hat dieses Verbrechen, das vor unserer Haustür stattfand, mit unserer heutigen Gesellschaft zu tun? Und warum erfolgte die Aufarbeitung erst so spät? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe sind Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionen geplant. Im Mittelpunkt stehen Orte der Zwangsarbeit, die erst kürzlich„neu entdeckt“ wurden.

Wir laden Sie gesondert zu den einzelnen Terminen ein. Wir beginnen in einer Onlineveranstaltung mit dem Museum Charlottenburg-Wilmersdorf im Januar.

Nazi forced labour on our doorstep


New series of events 12 Berlin districts, 12 events.

80 years ago, in 1942, forced labour became a mass phenomenon in Berlin. As the war wore on, the German economy's need for labour grew immeasurably. In March 1942, the Nazi regime created a central authority, the "General Plenipotentiary for the Deployment of Labour", to organise the deportation of more and more people more efficiently. Hundreds of new accommodation camps were built in Berlin as part of the "Camp Construction Campaign 1942".

The series focuses on the individual districts of Berlin in 12 events. What does this crime, which took place on our doorstep, have to do with our society today? And why did it take so long to come to terms with it? Lectures, readings, film screenings and discussions are planned as part of the series of events. The focus will be on places of forced labour that have only recently been "rediscovered".

We invite you separately to the individual dates. We will start with an online even with the Charlottenburg-Wilmersdorf Museum in January.
 

Online Workshops


Unsere Bildungsabteilung bietet im kommenden Jahr öffentliche Workshops zu unterschiedlichen Themen an wie gleich im Januar zu "NS-Zwangsarbeit in Unternehmensgeschichten" oder auch einen Tagesworkshop zur Frage, wie man mögliche NS-Beteiligung in der eigenen Familiengeschichte erforschen kann.

Informationen zu den Angeboten erhalten Sie auf unserer Website. Selbstverständlich laden wir Sie zu den einzelnen Veranstaltungen zusätzlich gesondert ein.

Online Workshop


In the coming year, our education department will be offering public workshops on various topics, such as "Nazi Forced Labour in Corporate Histories" in January or a one-day workshop on how to research possible Nazi involvement in one's own family history.


You can find information about the offers on our website.

Of course, we will also invite you separately to the individual events.

Internationale Jugendbegegnungsstätte

 

“Passing Down, Passing On”

Die IJBS ist Kooperationspartner im deutsch-französischen Projekt „Passing Down, Passing On", das aus den JUGEND ERINNERT Mitteln durch die Stiftung EVZ gefördert wird.

Das Projekt wird von drei Partnerinstitutionen organisiert: der "Mémorial de l´internement et de la déportation Camp de Royallieu" in Compiègne, der KZ Mahn- und Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge und vom Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. Das Ziel des Projektes ist es, sich über pädagogische Methoden auszutauschen und neue Formate für die internationale Jugendarbeit zu entwickeln.

Fünfzehn Gedenkstättenmitarbeitende und LehrerInnen aus Deutschland und Frankreich trafen sich zum Kennenlernen vom 11. bis 14. November in  Compiègne. Das zweite Seminar fand vom 14. bis 17. Dezember in Halberstadt statt. Der dritte Teil findet im Januar bei uns in der IJBS statt, und wir hoffen, gemeinsam mit den Teilnehmenden eine deutsch-französische Jugendbegegnung zu entwickeln.


“Forced Labour in Transnational Perspective”

Vom 6. bis 10. Dezember 2022 hat die IJBS einen Onlineworkshop „Zwangsarbeit aus transnationaler Perspektive“ organisiert. Das Projekt ist eine Kooperation mit der Sogang Universität in Seoul, der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität in Kiew und den Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht in Osnabrück.

Im Mittelpunkt des Workshops, der zum fünften Mal durchgeführt wurde, standen digitale Methoden und Tools. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit verschiedenen Aspekten des Themas Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg in Europa und Asien und tauschten sich über relevante Aspekte der Geschichtsvermittlung aus. Ein wichtiges Ziel der Seminarreihe ist, ein Netzwerk von MultiplikatorInnen aus Deutchland, Südkorea und Ukraine aufzubauen, die gemeinsam Projekte in der historisch-politischen Bildung durchführen möchten.

International Youth Meeting Centre


"Passing Down, Passing On"

The IYMC is a cooperation partner in the Franco-German project "Passing Down, Passing On", which is funded by the Foundation EVZ from the YOUTH REMEMBERS funds.

The project is organised by three partner institutions: the "Mémorial de l'internement et de la déportation Camp de Royallieu" in Compiègne, the Concentration Camp Memorial Langenstein-Zwieberge and the Nazi Forced Labor Documentation Center. The aim of the project is to exchange pedagogical methods and to develop new formats for international youth work.

Fifteen memorial workers and teachers from Germany and France met in Compiègne from 11 to 14 November to get to know each other. The second seminar took place from 14 to 17 December in Halberstadt. The third part will take place in January at the IYMC and we hope to develop a Franco-German youth exchange together with the participants.
"Forced Labour in Transnational Perspective"

From 6 to 10 December 2021, the IJBS has organised an online workshop "Forced Labour in Transnational Perspective". The project is a cooperation with the Sogang University in Seoul, the Taras Shevchenko National University in Kiev and the Memorials Gestapokeller and Augustaschacht in Osnabrück.

The workshop, which was held for the fifth time, focused on digital methods and tools. The participants dealt with various aspects of the topic of forced labour in the Second World War in Europe and Asia and exchanged views on relevant aspects of teaching history. An important goal of the seminar series is to establish a network of multipliers from Germany, South Korea and Ukraine who would like to carry out joint projects in historical-political education.

Wissenschaftliches Volontariat


Mit Felix Beyer-Buns begrüßen wir einen neuen wissenschaftlichen Volontär in unseren Reihen. Er studierte Geschichte und Politik in Greifswald und Göttingen.

Felix arbeitet zunächst mit Roland Borchers an unserem neuen Ausstellungsprojekt zum ehemaligen Kriegsgefangenenlager Lichterfelde-Süd.

Leider heißt der Beginn eines neuen wissenschaftlichen Volontariats auch immer Abschied und in diesem Fall von Lena Sommerfeld. Die uns in den letzten zweieinhalb Jahren so wertvoll geworden ist, dass wir es uns kaum vorstellen können, ab Januar ohne sie auskommen zu müssen.

Liebe Lena, alles Gute auf Deinem Weg und hoffentlich sehen wir uns bald wieder.

Scientific Trainee



With Felix Beyer-Buns, we welcome a new research volunteer to our ranks. He studied history and politics in Greifswald and Göttingen.

Felix is initially working with Roland Borchers on our new exhibition project on the former prisoner of war camp Lichterfelde-Süd.

Unfortunately, the beginning of a new academic traineeship always means saying goodbye, and in this case to Lena Sommerfeld. She has become so valuable to us over the last two and a half years that we can hardly imagine having to cope without her from January onwards.

Dear Lena, all the best on your way and hopefully we will see you again soon.

Buchtipp
 

Roland Borchers/Alina Bothe/Markus Nesselrodt/Agnieszka Wierzcholska (Hrsg.)

Das östliche Europa als Verflechtungsraum
Agency in der Geschichte

Berlin: Metropol Verlag, 2021

Die Geschichte des östlichen Europas ist mehr als die Summe verschiedener Nationalgeschichten. Die Länder und Regionen in diesem Teil des Kontinents sind seit Jahrhunderten aufs Engste miteinander verflochten. Sie sind geprägt von ihrer multiethnischen und multilingualen Diversität, von Konflikten und Widersprüchen. Die deutsche Besatzung und die Shoah haben einen Großteil dieser Vielfalt zerstört. Die Beiträge des Bandes widmen sich verschiedenen Ausprägungen der europäischen Verflechtungsgeschichte. Im Mittelpunkt stehen das Individuum in der großen Geschichte, die agency der Menschen und ihre Handlungsräume. Der Band ist Prof. Dr. Gertrud Pickhan zum 65. Geburtstag gewidmet.
 

ISBN: 978-3-86331-625-9

Book tip
 

Roland Borchers/Alina Bothe/Markus Nesselrodt/Agnieszka Wierzcholska (eds.)

Eastern Europe as an Interconnected Space
Agency in History

Berlin: Metropol Verlag, 2021

The history of Eastern Europe is more than the sum of different national histories. The countries and regions in this part of the continent have been closely intertwined for centuries. They are characterised by their multi-ethnic and multilingual diversity, by conflicts and contradictions. The German occupation and the Shoah destroyed much of this diversity. The contributions in this volume are devoted to various forms of European interweaving history. The focus is on the individual in the larger story, the agency of people and their spaces of action.

The volume is dedicated to Prof. Dr. Gertrud Pickhan on her 65th birthday.

German Edition

ISBN: 978-3-86331-625-9
 

Podcasttipp


"Tadschu"
Die Geschichte meines Großvaters


Patrick Figaj begibt sich auf die Suche nach der Geschichte seines Großvaters, genannt Tadschu.

Die Zuhörenden begleiten ihn, wie er Antworten auf Fragen sucht. Warum war Tadschu ein "heimatloser Ausländer"? Wie kam er nach Deutschland? Warum blieb er? Fragen, die Figaj ihn nicht fragen konnte. Fragen auch, die sein Leben selbst beeinflussten.

Wie Patrick Figaj seine Antworten gefunden hat und welches Glück er dabei hatte, erfahren Sie im Podcast. Dieser kann über jeden Podcatcher abonniert werden, aber auch der Blog ist interessant - nicht nur für jene, die Podcasts nicht so gern hören.

https://www.tadschu.de/

Podcast tip


"Tadschu"
The story of my grandfather


Patrick Figaj goes in search of the story of his grandfather, called Taju.

The audience accompanies him as he seeks answers to questions. Why was Tadschu a "homeless foreigner"? How did he come to Germany? Why did he stay? Questions that Figaj could not ask him. Questions, too, that influenced his life itself.

In the podcast, you can find out how Patrick Figaj found his answers and how lucky he was in his search.

You can subscribe to it via any podcatcher, but the blog is also interesting - not only for those who don't like podcasts.

https://www.tadschu.de/

Vlogtipp


Familiesporen (Familienspuren)
Zoektocht naar een familiegeschiedenis uit de Tweede Wereldoorlog
(Suche nach einer Familiengeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg)

Wie Patrick Figaj begab sich auch Jasper Beijneveld auf die Suche nach der Geschichte seiner Familie. Im Sommer 2020 war er zudem bei uns zu Gast und sprach mit Lena Sommerfeld über das System NS-Zwangsarbeit. Dieses Gespräch können Sie oben im Video sehen.

Jasper produziert Videos über seine Suche und was er herausfindet. Ein großes Projekt, das noch lange nicht abgeschlossen ist. Die Website informiert über Fortschritte, neue Videos und bald auch über das geplante Buch.

Ein weiteres privates Spurensuchprojekt, das uns begeistert und auf das wir Sie gern aufmerksam machen.

https://www.familiesporen.nl/

Vlog tip


Familiesporen (Family traces) Zoektocht naar een familiegeschiedenis uit de Tweede Wereldoorlog
(Search for a family history from the Second World War)

Like Patrick Figaj, Jasper Beijneveld also went in search of his family's history. In the summer of 2020, he was also our guest and spoke with Lena Sommerfeld about the Nazi forced labour system. You can see this conversation in the video above.

Jasper produces videos about his search and what he finds out. A big project that is far from finished. The website informs about progress, new videos and soon about the planned book.

Another private tracking project that excites us and that we would like to bring to your attention.

https://www.familiesporen.nl/
Blick auf das ehemalige Zwangarbeitslager Britzer Straße. Zeichnung: Fabian Hickethier.
View of the former forced labour camp Britzer Straße. Drawing: Fabian Hickethier.
Ganz zum Abschluss bleibt uns nur noch, uns bei Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung zu bedanken. Das Team des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit wünscht Ihnen schöne Feiertage und ein gutes neues Jahr.
Finally, it only remains for us to thank you for your interest and support.

The team of the Nazi Forced Labour Documentation Center wishes you happy holidays and a joyful new year.
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