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die zweite art des schreibdenkens
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Überarbeiten - die zweite Art des Schreibdenkens





Überarbeiten ist mehr, als am Schluss noch rasch etwas umformulieren, korrigieren, formatieren. Überarbeiten bringt nicht nur den Text, sondern auch das Denken und uns selbst weiter.

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Ihre Ulrike Scheuermann

Ich habe gerade eine extrem aufwändige, sechsmonatige Überarbeitungsphase für mein neues Buch hinter mir. Bestimmt 20 Überarbeitungsdurchgänge. Das hat mich selbst erstaunt. Wenngleich ich ständig erzähle, dass Schreibende die Hälfte ihrer Schreibzeit fürs Überarbeiten einplanen sollten. Drei, vier, fünf Überarbeitungsschleifen sind sinnvoll, um aus einer Erstfassung einen wirklich stimmigen Text zu erschaffen, in dem jedes Wort, jeder Satz, jede Argumentation stimmt. Schauen Sie mal das kurze Video an, in dem John Irving übers Überarbeiten spricht.

Dass ich so viel überarbeitet habe, lag auch am Inhalt und am Genre: Ich habe ein psychologisch-spirituelles Thema ganz neu erschrieben – und das als Sachbuch. Ich habe immer weiter verdichtet, vertieft, geformt. Mit Geschichten, mit sehr persönlichen Passagen und mit besonders zurückhaltender Leseransprache. Fast ein Jahr habe ich geschrieben, und das ganze Projekt begleitet mich seit drei Jahren. Einen Ratgeber hätte ich in drei bis vier Monaten „runtergeschrieben“. 

Die Schreibweise für dieses Buch musste ich mir erst erschließen, das sind ja sehr subtile Stimmlagen mit feinen Nuancen, die die Leserwirkung jedoch stark beeinflussen. Erst wenn meine eigene Schreibstimme passend zum Inhalt und zur Botschaft im Text zum Klingen kommt, bin ich angekommen bei den Lesenden. Das bedeutet zum Beispiel: Experimentieren mit Elementen der Leserführung und der Leseransprache: Ich-Stil, Wir-Stil, pädagogisches Wir, gesellschaftliches Wir oder lieber direkte Leseransprache mit „Sie“? 

„Ich hasse Überarbeiten“, haben kürzlich mehrere Teilnehmende in meinem Seminar verkündet. Sie empfanden das Überarbeiten als lästige, unwichtige Arbeit, die man am besten abgibt. Wie können wir das Überarbeiten besser nutzen und schätzen lernen?
  • Befriedigung erleben, wenn etwas Halbfertiges ausreift. Was für eine Freude: das eigene Werk wird fertig!
  • Überarbeiten als schöpferischen Prozess des Neu-Denkens verstehen, anstatt es als niedere Fleißarbeit abzuwerten.
  • Sich den eigenen Textschwächen mutig stellen, anstatt der Konfrontation mit der eigenen Unzulänglichkeit auszuweichen. So reifen nicht nur der Text und die Gedanken, so reift auch unsere Persönlichkeit.

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Weiterdenken ... "Niemals niemals fertig"

Der Romanautor John Irving zeigt in dem 2,5-minütigen Video ab Minute 1:35, wie tiefgreifend er seine Manuskripte immer wieder überarbeitet. „Never finished“, sagt er, und so sehen seine Entwürfe auch aus :-)

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