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Adebar + Architektur + Aktivistin
Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
01.02.2019
Kerstin Lenz, Informationsbeauftragte Synodalrat
Liebe Leserin, lieber Leser
Wie mich am Mittwoch eine Windböe fast von meiner himmelblauen Vespa pustete, so schüttelte es diese Woche auch unsere Kirche durch – mit ordentlich Bise aus dem Osten.
Was war geschehen? Das Bundesgericht stützt den Entscheid der Bündner Landeskirche, die Beratungsstelle Adebar in Chur, mit jährlich 15 000 Franken zu unterstützen. Bereits 2012 stellte die Bistumsleitung den Antrag, den Verein nicht mehr zu unterstützen, da dieser sich auch mit den Themen Verhütung und Abtreibung beschäftige. Damit begann der Rechtsstreit, der nun zu dem Urteil aus Lausanne führte.

Für Kopfschütteln sorgte das geharnischte Communiqué der Bistumsleitung. Charles Martig vom katholischen Medienzentrum fand deutliche Worte: „Hier wird mit vollen Rohren gegen die Landeskirchen und das Staatskirchenrecht geschossen.“ Olivier Berger von der "Südostschweiz" erinnert in seinem Kommentar (online nicht verfügbar) die Beteiligten an den "Kern der christlichen Lehre - die Vergebung". Das ständige Hickhack mache die Kirche nicht glaubwürdiger. 
Zwinglis Zürich ist konfessionslos oder katholisch, titelte die Limmattalerzeitung am Dienstag und wertete die neuen Zahlen vom Bundesamt für Statistik aus. Wir Christinnen und Christen im Kanton Zürich werden immer weniger. Rund 30 Prozent aller Menschen im Kanton Zürich sind konfessionslos, in der Stadt sogar 34 Prozent. Die Gründe dafür: konfessionslose bekommen mehr Kinder (!!!) und es wandern mehr Konfessionslose ein als Religiöse. Jährlich treten 6 von 1000 Menschen aus - vor allem Jüngere. Dagegen gehört nach wie vor die Hälfte der Bevölkerung einer der beiden Landeskirchen an.
Bruder-Klaus-Kapelle von Architekt Peter Zumthor in der Eifel. Foto: zVg
Gleichzeitig ist das Interesse an spirituellen Themen hoch: Der Filmemacher Christoph Schaub behauptet von sich, er sei Agnostiker. In seinem Film „Architektur der Unendlichkeit“ (soeben im Kino angelaufen) spielen Kirchen und andere sakrale Bauten die Hauptrolle. Schaub lässt grosse Architekten zu ihren (Kirchen-)Bauten zu Wort kommen – philosophisch, künstlerisch, emotional und theologisch. Filmtipp von uns an Sie! Zum Eintauchen in ganz besondere Bauwerke und die Gedankenwelt ihrer Macher.

Noch ein Tipp zum Lesen: Wie wird Kirche zukunftsfähig? Dazu ein Blog von Markus Köferli zum 50-Jahr-Jubiläum des Pastoralsoziologischen Instituts SPI.
Weiter mit der Presseschau: Die Schweizerische Bischofskonferenz SBK will im Februar entscheiden, dass Priester und anderes kirchliches Personal bei der Einstellung einen Sonderprivatauszug aus dem Strafregister vorlegen müssen, meldete das Nachrichten-Magazin „Heute Morgen“ von SRF. Der Vorschlag kam vom Fachgremium für sexuelle Übergriffe der SBK. Bisher regeln die Bistümer dies unterschiedlich. Generalvikar Josef Annen: „Bei uns im Generalvikariat Zürich ist das Einfordern eines Sonderprivatauszugs bereits Standard.“
Szenenwechsel: abendliches Küchengespräch mit Teenagertochter. Es geht um die Klima-Demos der Schülerinnen und Schüler, die seit einigen Wochen auch in freitags auch in Zürich stattfinden. Sie überlegt mitzugehen, die Stimmung dort solle gut sein, in der Schule laufe eine Woche vor den Ferien eh nichts mehr. Und (zum Glück!): die Anliegen könne sie auch verstehen. Der „Greta-Effekt“ ist nun auch bei uns zu Hause angekommen. Denn die 16jährige Schwedin Greta Thunberg setzt sich für das Klima ein, trat am WEF auf. Es gibt viele, die die jungen Leute belächeln und ihnen die Ernsthaftigkeit absprechen. Aber setzt sich nicht selbst Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika „Laudato Si“ für das Bewahren der Schöpfung ein und erinnert immer wieder an das Einhalten der Klimaziele? Eben.
Das Bild von der Kanzel im Grossmünster hat das Bündnis Klimademo auf Facebook veröffentlicht und demonstriert angesichts der Klimakrise für eine lebenswerte Zukunft - morgen Samstag in Zürich und an vielen anderen Orten in der Schweiz.

So. Genug kommentiert. Lassen wir uns vom Winter den Kopf durchlüften. Und: Geniessen Sie den Sonntag in einer schönen Kirche Ihrer Wahl. Herzlich Kerstin Lenz

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