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Bärlauch + Bischof + Bangen

Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
22.03.2019
Kerstin Lenz, Informationsbeauftragte Synodalrat
Liebe Leserin, lieber Leser
Haben Sie die Vögel schon singen hören? Krokusse und Schneeglöckchen bewundert? Den ersten Bärlauch am Waldrand bestaunt? Herrliche Frühlingszeit, die uns pünktlich zum Frühlingsbeginn mitten in der Fastenzeit erfreut.  

Ganz speziell hat die katholische Pfarrei Hinwil diese begonnen – mit einem «Ewigkeitsprojekt». Dabei bildete das Orgelwerk «ORGAN²/ASLSP («As slow as possible») des Komponisten John Cage das Herzstück. Sieben Organistinnen und Organisten spielten es je zu zweit, 24 Stunden lang. Einer von ihnen ist der Hinwiler Kirchenmusiker Martin Hobi. Er schildert seine Eindrücke in unserem Blog. Übrigens: Von Aschermittwoch bis zur Osternacht wird das Werk fortgesetzt, als „hörendes Guckloch der Ewigkeit“. Krass - Crazy - Kirchenmusik!
Die anstehende Bischofswahl beschäftigte den Tagesanzeiger diese Woche gleich zweimal. Am Mittwoch spekulierte Journalist Michael Meier über einen Nachfolger aus der Westschweiz - Alain De Raemy - oder aus dem direkten Churer Umfeld mit Generalvikar Martin Grichting.
Foto: Urs Jaudas/Tagesanzeiger
Heute dann positionierte sich der Stadtzürcher Dekan und Pfarrer von Höngg, Marcel von Holzen, mit klaren Worten zur Bischofsnachfolge („Es ist illusorisch mit einem totalen Richtungswechsel zu rechnen.“) und einer Analyse der Situation in Zürich vor der Bischofswahl: „Die Enttäuschung, die Trauer ist so gross, dass bei vielen Gläubigen und dem Personal die Resignation wirklich spürbar ist. Das führt zu einem Rückzug. Umso mehr, als das Personal das Gefühl hat, dass in der heutigen Situation Papst und Kirchenleitung nicht genügend konsequent gegen den sexuellen Missbrauch vorgehen. Einige Seelsorger sagten mir, sie würden am liebsten davonlaufen, weil ihrer Kirche die Glaubwürdigkeit fehle.“
Am vergangenen Wochenende gab es wieder einmal ein Anschlag – diesmal traf es Musliminnen und Muslime im sonst friedlichen Neuseeland. Der interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich reagierte:  
„Wir Religionsgemeinschaften im Kanton Zürich sind solidarisch mit allen Opfern von Gewalt, ob in Christchurch, Utrecht, in Afghanistan oder Jemen oder sonstwo auf der Welt: Wo auch immer der Name Gottes für Gewalt und Terror missbraucht wird, müssen wir zusammenstehen und uns zur Wehr setzen.“

Heute über Mittag gedachten in der Augustinerkirche am Paradeplatz mehr als 50 Personen den Opfern in Stille. Bemerkenswert: Neben Regierungsrätin Silvia Steiner, Generalvikar Josef Annen, Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding und Kirchenratspräsident Michel Müller kam auch Mahmoud El Guindi, Präsident der Vereinigung der Islamischen Organisationen VIOZ, in die Kirche. Ein starkes Zeichen!
Stilles Gedenken in der Augustinerkirche Foto: Arnold Landtwing
Die Jubla bekommt am Montag den renommierten Herbert-Haag-Preis – gut so und wohlverdient! Das findet auch Martina Broich, Kantons-Präses der Jubla und schiebt bedenkliche Worte hintendrein: „Leider erfahre ich ab und zu von Scharen, dass ihnen von ihrer Pfarreileitung mangelnde Kirchlichkeit vorgeworfen wird. Umso wichtiger ist, dass die Herbert Haag Stiftung ausdrücklich würdigt, dass die Jubla vor allem durch ihr regelmässiges Zusammenkommen «zu kreativem Tun» auf ihre Weise Kirche lebt.“
Foto: Jubla Zürich 
Allein schon die Fotos auf der Internet-Seite der Jubla mitsamt den sympathischen Leiterinnen und Leitern haben mir beim Durchschauen richtig gute Laune beschert. Und Erinnerungen an die Lager wachgerufen, die ich als Kind und Jugendliche erlebt habe… 

Schliessen möchte ich mit einem Ausschnitt aus dem Gedicht „Hoffnung“ von Emanuel Geibel – im 19. Jahrhundert in Deutschland ein „Lyrik-Star“. Seine Worte treffen auch heute:
„Und wenn Dir auch oft bangt und graut,
als sei die Höll` auf Erden,
nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muss doch Frühling werden.“

Einen gesegneten, frühlingsleichten Sonntag, Ihre Kerstin Lenz
 

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