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Frühling + Fest + Fehr

Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
17.05.2019
Arnold Landtwing, Informationsbeauftragter Generalvikariat
Liebe Leserin, lieber Leser
Die fünf Eisheiligen haben diese Woche ihrem Namen alle Ehre gemacht und uns einen frostigen Wind um die Ohren pfeifen lassen. Trotzdem ist mir die kalte Sophie mit Abstand am sympathischsten. Sie schliesst den Reigen ab, ist die einzige Frau und erst noch Patronin für das Gedeihen von Feldfrüchten. Als Frau kommt sie ganz am Schluss, bringt dann aber - gemäss ihrem programmatischen Namen Weisheit - alles so auf die Reihe, dass gedeihen kann, was ihre unterkühlten Kollegen Mamerz, Pankraz, Servaz und Bonifaz lieber in Froststarre bewahrt hätten. Was will uns da der alte Heiligenkalender für unsere Zeit sagen? Frühling ist angesagt. In der Natur. Und in der Kirche. Punkt. Amen.
Gleich zwei besondere Anlässe orthodoxer Kirchen prägten die vergangene Woche im Kanton Zürich: Die österliche Begegnung der orthodoxen Kirchen und die Einweihung einer Kirche durch den koptischen Papst Tawadros II.
Der serbische Bischof Andrej Ćilerdžić wie auch Generalvikar Josef Annen riefen bei der Feier am vergangenen Sonntag dazu auf, die Einheit zu suchen und Steine aus dem Weg zu räumen.
Und dann erfüllte ein frühlingshaft farbiges, duftendes und fröhlich klingendes Fest mitten unter der Woche die Kirche in Grafstal. Papst Tawadros II. weihte nach dem Umbau die Kirche St. Verena neu ein – unter grosser medialer Beachtung. Besonders aufgefallen ist mir der ganzseitige und reich bebilderte Artikel der Journalistin Nadja Ehrbar. Etliche andere wie Blick, Tagesschau und TeleZüri berichteten nicht nur über die Einweihung, sondern beleuchteten auch die Situation der Christen im Nahen Osten. Die ägyptischen Christen sind bei uns eine kleine Gruppe. Sie stehen aber stellvertretend für die vielen Christinnen und Christen im Nahen Osten, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Menschen, die wegen Krieg und Verfolgung an Leib und Leben bedroht sind, fliehen und suchen nach einem sichern Ort. Viele von ihnen haben nach abenteuerlichen Fluchten in den letzten Jahren auch zu uns gefunden. Als die grossen Wellen von Flüchtlingsströmen in Europa ankamen, haben die Kirchen eine entscheidende Rolle gespielt, auch im Kanton Zürich.
Jacqueline Fehr an einem Podium in Hinwil
Dies ist Regierungsrätin Jacqueline Fehr sehr bewusst. In einem grossen Interview sagt sie: «Vom «Wort zum Sonntag» bis zum «reformiert.» strahlten die kirchlichen Stimmen die Zuversicht aus, dass die Krise zu bewältigen sei. Die Kirche hat in dieser entscheidenden Situation ihr Wächteramt wahrgenommen. Das war ein prägendes Erlebnis für mich. Ich realisierte, wie wichtig die mässigenden Stimmen aus den Kirchen sein können.»
Womit wir wieder einmal beim Thema Kirche und Politik angekommen sind, das an diesem Wochenende bei der Abstimmung eine Rolle spielt, nämlich bei der AHV-Steuer-Vorlage (STAF). RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch weist darauf hin, dass ein Ja wie ein Nein seinen Preis hat. Gefordert ist gesunder Menschenverstand und ein ausgefüllter Stimmzettel. Was übrigens mit Steuergeldern, unter anderem von juristischen Personen, an kirchlichem Leben ermöglicht wird, darüber legt die Körperschaft im druckfrischen Jahresbericht 2018 Rechenschaft ab.
Mit gesundem Menschenverstand sind sie zweifelsohne unterwegs, vielerorts gelten sie jedoch noch als Exoten: Die «living stones», die lebendigen Steine. Junge Gläubige bieten freiwillig kostenlose Impulse in sakralen Räumen an, bringen die Steine zum Reden und öffnen Besuchern die Augen für christliche Spiritualität. Tagesanzeiger-Journalistin Gabriella Hofer hat «living stones» in Zürich getroffen. «Wir hoffen, dass uns in Zürich die Türen geöffnet werden und wir so auch ein ökumenisches Zeichen setzen können», sagt Marco Schmid als Schweiz-Koordinator – und wartet noch auf die Erlaubnis für Grossmünster und Fraumünster. Über die «living stones» als etwas andere Art von Kirchenführungen hat Radio SRF im Blickpunkt Religion (ab Minute 5:10) kürzlich berichtet.
Ans Lebendige geht es, wenn Caritas Zürich sich wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen, Druck auf die Sozialhilfe, Digitalisierung und Überalterung widmet. Der kürzlich publizierte Jahresbericht zeigt in aller Deutlichkeit auf, dass Know-how und Leistungen von Caritas Zürich in allen Bereichen gefragter sind denn je. Mit Freude gratuliere ich Marie-Christine Schindler, Beraterin für Online-PR und strategische Kommunikation, zur Wahl in den Vorstand des Vereins Caritas Zürich. Sie hat uns seinerzeit nachhaltig unterstützt beim Aufbau der crossmedialen Kommunikation für die Katholische Kirche im Kanton Zürich.
Mit diesem frühlingshaften Themen-Strauss wünsche ich Ihnen einen gesegneten 5. Sonntag der Osterzeit.
 
Arnold Landtwing
Informationsbeauftragter Generalvikariat
 
PS: Die Begeisterung, mit der Kollegin Kerstin Lenz heute Morgen im Büro auftauchte, dürfte weniger dem Frühlingserwachen zuzuschreiben sein als vielmehr dem Kunst- und Musikprojekt, das sie gestern in der Predigerkirche besucht hat. Wer auch erleben will, wie Architektur einer Kirche klingt und ein Künstler das in Bilder umsetzt, hier unser Kulturtipp: Morgen, Samstag, 14.30 – 15.30 Uhr, in der Predigerkirche.
 

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