Copy
Allerheiligen + Allerseelen + Allerhand
Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
02.11.2018
Arnold Landtwing, Informationsbeauftragter Generalvikariat
Liebe Leserin, lieber Leser
«Hab keine Angst vor der Heiligkeit. Sie wird dir nichts an Kraft, Leben oder Freude nehmen. Ganz im Gegenteil, denn du wirst dabei zu dem Menschen werden, an den der Vater dachte, als er dich erschaffen hat, und du wirst deinem eigenen Wesen treu bleiben». Das hat Papst Franziskus zwar bereits im März in «Gaudete et exsultate» geschrieben, passt aber bestens zu Allerheiligen. Zugegeben: In gut schweizerischer Manier üben wir uns in Zurückhaltung, denn, hey, wer will es mit der Heiligkeit schon übertreiben. Und ein abgefahrenes Kostüm dafür gibt es auch nicht. Da bieten sich doch Fasnacht, Street-Parade, Oktoberfest oder Halloween als willkommene Gelegenheiten an, über die Stränge zu schlagen und so der eigenen Identität – oder doch eher: Abgründen? - auf die Spur zu kommen. «Ich verkleide mich, also bin ich» titelte Manuela Donati ihren Beitrag, der einen grossen Bogen zu Rollen, Gesellschaft und Verkleiden schlägt
In leuchtendes Kardinalsrot und bischöfliches Violett gewandeten Würdenträgern wehte an der Jugendsynode ein ungewohnter und frischer Wind entgegen. Der Gottesdienst am vergangenen Sonntag war nicht ein Abschluss, sondern bei genauem Hinsehen der eigentliche Startschuss. Die Churer Theologieprofessorin Eva-Maria Faber sieht im verabschiedeten Dokument Marksteine, hinter die es kein Zurück mehr gibt. Nimmt Papst Franziskus mit einem nachsynodalen Schreiben den Steilpass der Jugend auf? Spielt er ihn synodal oder überraschend kreativ weiter? Die einen hoffen es, die anderen fürchten es. Es bleibt spannend.
Spannend sind auch Friedhöfe. Wer schon mit mir unterwegs war, weiss, dass sie mich magisch anziehen. Immer. Und überall. Während meines Auslandsjahres in Rom streifte ich tagelang durch den Cimitero acattolico, den alten Friedhof für nicht-katholische Ausländer. Unzählige Grabsteine erzählen von wunderbaren, berührenden und tragischen Lebensgeschichten, die in der ewigen Stadt ihr Ende gefunden haben – und heute noch so lebendig in Erinnerung sind, als wäre alles gestern gewesen. Ehrensache, dass ich jeweils beim Grab von August Goethe innehalte und mich jedesmal frage: Warum nur hat der grosse Goethe es unterlassen, den Namen seines Sohnes auf den Grabstein zu schreiben? Und dann gehe ich weiter mit der Gewissheit, dass bei Gott niemand vergessen geht. Überhaupt schlummern in Kunstwerken oftmals religiöse Vorstellungen und Inhalte. So ist am 4. November Yordan Pashev von der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche mit Sibyl Kraft vom Kunsthaus im Dialog zum Hohenlandenberg-Altar und dem Werk von Andy Warhol. Auch spannend: Der forum-Beitrag Totengedenken in den Weltreligionen, der einen Überblick über die erstaunliche Vielfalt religiösen Brauchtums gibt.
Den Überblick hat auch unser Generalvikar Josef Annen, wenn er öffentlich Stellung bezieht und die Überwachung von Versicherten ablehnt. So klar er das Bekämpfen von Missbrauch befürwortet, sieht er in der Vorlage jedoch auch eine Belastung des sozialen Zusammenhalts in unserer Gesellschaft. Darum unterstützt er als Präsident des Vereins Caritas Zürich die Position von Caritas Zürich, die vor dem neuen Gesetz warnt. Eine Kultur des Misstrauens ist nun wirklich das Letzte, was wir brauchen.
Sie ist erfahrene Seelsorgerin bei uns in Zürich und neue Sprecherin für das «Wort zum Sonntag»: Veronika Jehle (im Bild). In einem kurzen Interview verrät sie, was sie motiviert und wovor sie Respekt hat. In dem Moment, da dieser Newsletter am Freitagnachmittag erscheint, steht sie im Leutschenbach erstmals im SRF-Studio vor der Kamera. Wir drücken die Daumen und sind gespannt, was Veronika Jehle uns am Samstagabend zum Thema Hoffnung mitgeben wird. Ich freue mich drauf – und hoffe, wenigstens ganz leise, dass auch mal a bisserl Wiener Schmäh zum Nachdenken anregt.
 
Im Namen des ganzen Kommunikationsteams wünsche ich Ihnen gesegneten Sonntag. Arnold Landtwing

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen an: newsletter@zhkath.ch
Sie möchten unseren neuen Newsletter weiter empfehlen?
Bitte schicken Sie an interessierte Personen den folgenden Link:
http://www.zhkath.ch/newsletter