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+ Kirche + Frauen + Oper
Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
14.06.2019
Arnold Landtwing, Informationsbeauftragter Generalvikariat
Liebe Leserin, lieber Leser
Hoppla, im Hause Ringier liest man die eigenen Erzeugnisse und hat jetzt Spitalseelsorgerin und «Wort zum Sonntag»-Sprecherin Veronika Jehle für sich entdeckt. Letzte Woche in der Schweizer Illustrierten ins Rampenlicht gerückt, doppelte der Blick jetzt nach, führte ein Interview mit ihr, titelte «Beten allein hilft nicht» und garnierte den Beitrag mit einem Video. Frauen in der Kirche, Frauenstreik, Wort zum Sonntag, nationale Kundgebung «Zeichen gegen Missbrauch», in 1:57 Minuten Interview wurde alles angesprochen.
Theologin Veronika Jehle im Blick-Interview. 
Mich hat der Auftritt von Veronika Jehle gefreut und überzeugt: Erfrischend, fröhlich und kompetent gibt sie den Frauen in der Kirche ein Gesicht und eine Stimme. Das nächste Mal übrigens morgen Abend im «Wort zum Sonntag» unter dem Titel «Frauen. Streik. Amen». Selbstverständlich eine Aussenaufnahme mitten im Frauenstreik. Soviel sei verraten.
«Schon auf Pfarreiebene, an der Basis, wo die Gläubigen Taufen, Hochzeiten, Todesfälle erleben, fehlt ein Aufbruch. Wir arbeiten dort, als ob sich in der Gesellschaft nichts verändert hätte. Wir sind noch nicht genügend angepasst an eine neue Zeit. Wenn Menschen Anfragen an uns haben, geben wir darauf klassische Antworten, wie vor 50 oder 60 Jahren.» Dies ein Zitat aus einem Interview in der deutschen Tagespost mit Weihbischof Alain De Raemy am Pfingstmontag - immerhin Zuständiger für Jugendpastoral und Armeeseelsorge.

Gerne würde ich wissen, welche Antworten er für Menschen in komplexen Situationen im 21. Jahrhundert hat. Und dann unterhalte ich mich mit ihm über Aufbrüche wie interkulturelle oder intergenerationelle Katechese, welche unsere Fachstelle für Religionspädagogik auf dringenden Wunsch von Pfarreien entwickelt hat. 
Vorsicht: Nächstenliebe kann zu einem Eintrag ins Strafregister führen!  So könnte man den Prozess gegen Josef Karber, Pfarrer in Liebfrauen Zürich, auch zusammenfassen. Karber hat eine Sans-Papier versteckt, um ihr in Ruhe und Würde eine Chemotherapie zu ermöglichen. Für die Medien ein interessanter Fall, zumal er nach dem Urteil mit Bestimmtheit sagte, er würde wieder gleich handeln. Er lässt noch offen, ob er das Urteil weiterzieht. Sicher ist eines: Die verhängte Busse muss er erst bezahlen, wenn er in den kommenden zwei Jahren «rückfällig» wird.
Sein Vorgesetzter Josef Annen hat ihm mit einem Interview in Schweiz aktuell den Rücken gestärkt. Wer Pfarrer Karber persönlich danken oder ihn ermutigen will, kann ab sofort auf unserer Homepage ein Zeichen der Solidarität setzen.
Saubere Kleidung, saubere Impfung und sauberes Geld sind der Synode, unserem Kirchenparlament, wichtig. Deshalb hat es den diesjährigen Ethikpreis an drei Abschlussarbeiten zu diesen Themenkreisen vergeben. Zu weiteren Geschäften informiert die Medienmitteilung.
Fest zum Frauenstreik in der Pfarrei Maria Lourdes, Zürich-Seebach
Was heute beim Newslettern durch das Fenster in mein Büro trillert, sind für einmal nicht Vögel, sondern Pfeifen, die den heutigen Frauenstreiktag lautstark begleiten. Aktiv sind auch Pfarreien und die Caritas, welche gegen Armut auf die Strasse geht.
Syndoalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding mit Caritas-Vorstandsfrau Marie-Christine Schindler vor dem Landesmuseum. 
Apropos Caritas: Frauen sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen, insbesondere alleinerziehende Mütter. Da geht neben den lauten Grossveranstaltungen ein leises Jubiläum beinahe unter. Der Caritas-Markt an der Reitergasse in Zürich feiert sein 5-jähriges Bestehen. Hier können Armutsbetroffene mit schmalem Budget einkaufen. Das ist ein kleines Fest in bescheidenem Rahmen wert. Gut, dass es solche Caritas-Läden gibt. Gschämig, dass es sie in der reichen Schweiz braucht.
«Und was tust du heute, am Frauenstreiktag?» wurde ich frühmorgens bereits gefragt. Mit meinem Opern-Besuch heute Abend unterstütze und anerkenne ich herausragende Leistungen von Frauen, zum Beispiel von Emmanuelle Haïm (Musikalische Leitung), Jetske Mijnssen (Inszenierung), welche «Hipppolyte et Aricie» von Jean-Philippe Rameau aufführen. Mit Verwunderung habe im Artikel von Susanne Kübler im Tagesanzeiger zur Kenntnis genommen, dass dies die erste(!) von zwei Frauen am Regie- und Dirigentenpult verantwortete Premiere am Opernhaus war. Und gedacht habe ich: Die Geschichte? Komplexe Situationen zwischen Liebes- und Familiendrama, verkompliziert mit einem Schuss Mythologie. Inszeniert und zum Erklingen gebracht?
Durch. Die. Frauen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Dreifaltigkeits-Sonntag 
Arnold Landtwing

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