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Punkt + Gutes + Sehnsucht

Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
08.12.2018
Aschi Rutz, Informationsbeauftragter Synodalrat
Liebe Leserin, lieber Leser
Sie erhalten den Newsletter nochmals zugesandt, weil der Einstiegssatz aktuell sinnverkehrt daherkommt.
Wir entschuldigen uns für den Fauxpas, wünschen Ihnen ein adventliches Wochenende und grüssen Sie herzlich


Das Kommunikationsteam 


Es wäre einfach, vor lauter düsteren Wolken die Adventslichter zu übersehen. Ich könnte mich betreten auslassen über die jüngsten Äusserungen von Papst Franziskus zum Thema Homosexualität und Priester oder über den enttarnten und erpressten schwulen Priester im Bezirk Andelfingen. Ich könnte meinem Entsetzen Ausdruck geben über den chinesischen Forscher He, der mit seinen genveränderten Zwillingen Gott spielt. Ich könnte beschämt die unglaubliche Geschichte des Küssnachter Zockerpfarrers aufwärmen. Ich könnte mich nerven über den NZZ-Chefredaktor, der in seinem Kommentar zum UNO-Migrationspakt positiv hervorhebt, dass die Ära der Werte vorbei sei und die Welt die Rückkehr der Realpolitik erlebe, was die Macher des diözesanen Informationsblattes vorbildhaft zur Lektüre empfehlen.

Ich könnte meine Trauer und Wut zugleich darüber offenlegen, dass in meinem Bekanntenkreis im Halbjahresrhythmus jemand an Krebs erkrankt. Ich könnte … und setze hier einen Punkt. Vielmehr will ich auf das Gute in diesen Tagen verweisen – ebenfalls Teil der realen Welt, aber weniger medientauglich.
Da sind die Spitalseelsorgerin Nadja Eigenmann und der Abt von Einsiedeln, die mutig hinstehen und überzeugt sind, dass über Abtreibung und homosexuelle Menschen anders und differenzierter gesprochen werden kann und muss. Da setzt am Welt-Aids-Tag die hiv-Aidsseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, zusammen mit anderen, ein Zeichen für betroffene Menschen, die noch immer stigmatisiert und diskriminiert werden.
Da ist der Präsident der RKZ, dem Zusammenschluss aller Kantonalkirchen in der Schweiz, der in einem persönlichen Statement an der Plenarversammlung meint: «Es ist an der Zeit, auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte zu tun. Setzen wir uns also gemeinsam dafür ein, dass wir die weiterhin bestehenden Probleme in unserer Kirche benennen und konkret angehen.» Da sind Frauen, die sich 2016 im Rahmen des Pilgerprojekts für eine «Kirche mit* den Frauen» hoffnungsvoll mit einem weiss bestickten Tuch auf den Weg nach Rom machten.

Dieses diente dort als Altartuch während der Pilgermesse und diente als Vorlage für den Schutzumschlag zum Buch «Ein weiter Weg. 1200 Kilometer für eine Kirche mit den Frauen», welches diese Woche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Weg der Frauen geht weiter.
Sr. Irene Gassmann, Priorin Kloster Fahr. Foto: Arnold Landtwing
Da ist der spezielle Bus der reformierten und katholischen Kirche, der im Dezember 2014 zum ersten Mal während der Adventszeit mit Livemusik und Geschichten durch Winterthur tourte. Auch heuer werden die schönsten und berührendsten Geschichten bis am 22. Dezember im Adventsbus der Eulachstadt zu hören oder im aktuell erschienenen Buch zu lesen sein.
Da ist die katholische Synode, die gestern beim Verabschieden des 60-Millionen-Budgets 2019 ein deutliches Zeichen gegen Gewalt gesetzt hat. So stellt sie 100'000 Franken für Nothilfe in den kriegsgeschüttelten Ländern Jemen und Syrien zur Verfügung und unterstützt in den kommenden Jahren mit 150'000 Franken Opfer von Frauenhandel.
Da sind die Mitarbeitenden von Pfarreien und Kirchgemeinden, die sich tagtäglich in den Dienst für andere Menschen stellen, die es gerade in diesen Tagen schwer haben. Da sind Feiern mit Wort, Kerzen und Musik. Da ist die Adventszeit, eigentlich eine Zeit des realistischen Hinschauens auf Kritisches in der Welt, in der Kirche und in uns selbst. Eine Zeit aber auch der Sehnsucht nach dem Guten, nach Kraft, Mut, Licht und Liebe. Gehen Sie dieser Sehnsucht nach und freuen Sie sich jeden Tag über das kleine und unspektakuläre Gute.

Seit ein paar Tagen ist die Katholische Kirche im Kanton Zürich auch auf Instagram präsent – mit Bildern aus dem ganzen (katholischen) Leben. Ich wünsche Ihnen im Namen des Kommunikationsteams ein gesegnetes Wochenende, besinnliche Adventstage und grüsse Sie herzlich
 
Aschi Rutz
 

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