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Fragen + Frauenstreik + Pfingsten  
Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
07.06.2019
Kerstin Lenz, Informationsbeauftragte Synodalrat
Liebe Leserin, lieber Leser
Vom Schweizer Radio erfahren wir heute, dass sich der neue Administrator, Bischof Peter Bürcher, wie beim Amtsantritt angekündigt, gestern den Fragen der Medien gestellt hat. Als erstes gibt der Bischof im Regionaljournal Graubünden Auskunft und spricht über das Bistum Chur, seine Aufgabe als Apostolischer Administrator, als Diener – freundlich und unverbindlich. Wir sind gespannt, ob andere Interviews in den Zeitungen morgen aufschlussreicher sind. Ansonsten bleibt das Verhältnis zu Zürich leider wie gehabt: Weder das forum Pfarrblatt noch jemand von unserer Kommunikationsstelle oder der Informationsbeauftragte des Generalvikariats, waren zu den Gesprächen eingeladen.
Es gibt Menschen, die sagen, der Frauenstreik in einer Woche sei ein «Hype» (englische Kurzform für Übertreibung). Die Forderungen der Frauen und diese der Kirchenfrauen inklusive ihrer Aktionen so zu bezeichnen, geht mir wirklich gehörig gegen den Strich. 
Umso mehr freut mich das grosse Engagement landauf landab – in Kirchenkreisen, in den Pfarreien vor Ort (hier unsere Übersicht dazu).
Freudig stimmt mich auch die Berichterstattung in den Medien zu den Kirchenfrauen, die mutig auf Missstände zeigen. Frisch aus der Druckerpresse kommt heute die Schweizer Illustrierte, die drei Kirchenfrauen in den Fokus stellt: Priorin Irene Gassmann, Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding und Veronika Jehle, Spitalseelsorgerin und Sprecherin beim «Wort zum Sonntag».
Wer den ganzen Artikel lesen möchte, dem empfehle ich einen kleinen Spaziergang zum Zeitungskiosk einzulegen.
Auch Radio SRF beleuchtete die Aktivitäten der Kirchen-Frauen in einem Bericht in der Religionssendung vom vergangenen Sonntag. Das Zitat der Luzerner Kirchenfrau Iva Boutellier blieb haften: «Wir müssen dranbleiben wie die Witwe. Bis die Männer in der Kirche sagen: Eigentlich wollen wir keine Veränderungen. Aber damit die Ruhe geben, machen wir’s.»

Für die nicht ganz so bibelfesten Menschen unter uns: Jesus erzählt einmal von einer Witwe, die sehr, sehr lange warten musste, bis der zuständige Richter auf ihre Bitten hin endlich Recht sprach (Luk 18,4) – zu ihren Gunsten. Sie hatte genervt, auch etwas, das Frauen schnell unterstellt wird und ganz klar negativ belegt ist. Man kann es auch Beharrlichkeit nennen oder Nerven haben – unbeirrt für etwas einzustehen, weil es einem wichtig ist. Auch und erst recht, wenn es andere nervt.
Nun schwingen wir uns quasi direkt vom Auffahrtswochenende in das nächste verlängerte Wochenende und feiern Pfingsten - in diesem Jahr mit extra frischem und böigem Heiligen Geist in der Kirche. «Krisenzeiten sind nicht geistlose Zeiten. Gottes Geist ist immer auch der Geist, der Menschen entsetzt, Unruhe stiftet, Verkrustungen aufbricht und Neues hervorbringt», schreiben Franziska Driessen-Reding und Josef Annen in ihrem Dank für die Reaktionen auf den offenen Brief an den Papst vom April. Beide wünschen: «Ein gesegnetes Pfingstfest, erfüllt vom lebendigen Geist Gottes, der alles neu macht.»
Frohe Pfingsten! Ihre Kerstin Lenz

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