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Fragen + Frauen + Film
Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
28.09.2018
Kerstin Lenz, Informationsbeauftragte Synodalrat
Liebe Leserin, lieber Leser
„Das Schweigen der Hirten“ titelte das deutsche Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ am letzten Samstag mit Anspielung auf den Film „Das Schweigen der Lämmer“ und fragt: Ist der Papst noch Herr der Lage? Und ich frage: Ist die Frage berechtigt oder nur unangenehm?
 
Der Titel hätte auch gleich als Schlagzeile für die Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz dienen können. Zwar veröffentlichten die deutschen Bischöfe am Dienstag offiziell die Missbrauch-Studie. Es geht um 3677 dokumentierte Missbrauchsfälle in ganz Deutschland von 1946 bis 2014. Von Scham und Trauer war die Rede, Schreck und Erschütterung. Aber was ist mit Konsequenzen – wie üblicherweise bei Fehlverhalten von Führungspersönlichkeiten in Politik und Wirtschaft gefordert? Die Kirchen-Journalistin Christiane Florin berichtete im Deutschlandfunk aus der Medienkonferenz und stellte eine unangenehme aber berechtigte Frage: „Auf meine Frage, ob unter den mehr als 60 anwesenden Bischöfen einer oder zwei sagen: Ich habe so viel persönliche Schuld auf mich geladen, ich kann mein Amt nicht mehr wahrnehmen, gab es eine sehr kurze Antwort des ansonsten beredten Vorsitzenden. Er sagte „Nein“.“
Auch der Sieben-Punkte-Plan der deutschen Bischöfe konnte viele nicht überzeugen – erst recht nicht die Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch": "Diese dürftigen Ankündigen lassen uns fassungslos zurück“.  
 
Der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer kritisiert die Bischöfe und ihre  Äusserungen als „Erschütterungsrhetorik“, die nicht überzeugt, und moniert, das Entscheidende fehle, nämlich die Antwort auf die Frage: Wer sind die Verantwortlichen?
In der jetzigen tiefen Krise der römisch-katholischen Kirche, wenn von Machtmissbrauch und Klerikalismus die Rede ist, stellt sich auch subito die „Frauenfrage“ – rund um Weihe und Gleichbehandlung. Deutsche Ordensfrauen fordern nun tiefgreifende Reformen, es sei im 21. Jahrhundert unrealistisch, eine Diskussion über die Weihe von Frauen einfach für beendet zu erklären, führt Schwester Katharina Kluitmann aus. Sie ist immerhin Vorsitzende der Deutschen Ordensoberenkonferenz. Der deutsche Theologe und Autor geistlicher Texte, Andreas Knapp, stellt dazu – Sie ahnen es – sieben Fragen, auf die Papst und Bischöfe trotz aller schönen Worte bis heute keine Antwort gefunden haben. Mit Erlaubnis des Autors veröffentlichen wir im Blog seinen aufrüttelnden Text „frauenfragen“. Fragt sich nur: Wie geht es weiter? Haben Sie eine Antwort?
 
Hier geht weiter mit dem Thema Film: Die Kirchen verleihen nächsten Donnerstag zum zweiten Mal den Filmpreis der Kirchen. Anlässlich des Zurich Filmfestivals ZFF ist unsere Kirchenjury aufgefordert, einen Film aus der ZFF-Reihe „Fokus“ zu prämieren, der sich neben künstlerischer Qualität durch die Vermittlung biblischer Werte in einer universellen Perspektive auszeichnet und einen relevanten Beitrag in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen leistet. Wie klingt das?!?
Na, erkennen Sie die abgebildete Dame? Wir konnten Tatort-Kommissarin Delia Mayer als Jurorin gewinnen und freuen uns, erstmals eine prominente Schauspielerin dabei zu haben. Auf die Frage, warum sie mitmacht, antwortete Delia Mayer: „Die Möglichkeit zu haben, in sehr kurzer Zeit intensiv Filme zu sehen, sich inhaltlich auszutauschen und ein Teil eines Gremiums zu sein, das Filmemacher*innen unterstützt, ist eine feine Sache.“  
Wer auch Teil dieser „feinen Sache“ sein möchte, schreibt ein Mail mit seinem Namen an filmpreis@zhkath.ch und kann dann am nächsten Donnerstag, 4. Oktober, unseren Gewinnerfilm im Arena Sihlcity Zürich anschauen. Delia Mayer ist auch dabei…
So langsam neigt sich der gefühlt nicht enden wollende Sommer doch dem Ende zu und wird von einem bisher herrlichen Herbst abgelöst. Mein Lieblings-Herbstlied „Bunt sind schon die Wälder“ dreht mir seit heute früh auf dem Weg zur Abend im Ohr und stimmt mich etwas traurig. Mein verstorbener Vater hat es mir beigebracht. Lange Autofahrten mit uns Kindern wohin wurden immer durch viel Singen abgekürzt….
Ich wünsche Ihnen ein in jeder Hinsicht sonniges Wochenende und einen segensreichen Sonntag, Kerstin
Simon Spengler, Aschi Rutz, Kerstin Lenz, Arnold Landtwing

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