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Kirchliche Lehre + Präzision + Kurswechsel
Newsletter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Grüss Gott Zürich
21.09.2018
Arnold Landtwing, Informationsbeauftragter Generalvikariat
Liebe Leserin, lieber Leser
„She did it again“ leitete der Radiomoderator im Rendez-Vous am Mittag den Beitrag ein und meinte damit Monika Schmid, Pfarreibeauftragte in Effretikon. In einer Kolumne hatte sie im Februar geschrieben, die Kirche ächte und verteufle die Homosexualität. Dies ist so in der kirchlichen Lehre tatsächlich nicht wörtlich zu finden. Da die Bistumsleitung grossen Wert auf präzise Wiedergabe der kirchlichen Lehre legt, wurde Monika Schmid nur noch die einjährige Missio erteilt. Was lernen wir daraus? Allen, die im kirchlichen Kontext kommentieren, sei nahegelegt, auf sorgfältige und präzise Formulierungen zu achten.

Apropos kirchliche Lehre: Dass ein Sakrament bei Personen in irregulären Situationen nicht wirkt, dürfte kaum dem Katechismus entsprechen, aber ey, was soll’s, es ist ein abgesegnetes Zitat aus der Bistumsleitung, so nachzulesen im Tagesanzeiger. Tja, es ist halt schwierig, knapp und knackig Aussagen auf den Punkt zu bringen und gleichzeitig die kirchliche Lehre präzis wiederzugeben. Der Teufel liegt, wie so oft, im Detail.
Franziska Driessen-Reding mit Oliver Steffen im Tele Züri-Studio 
Mehr solche Frauen wie Monika Schmid (und auch Männer), die ihre Meinung sagen und mutig vorangehen, wünscht sich Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding. Sie war bei Oliver Steffen im TalkTäglich von Tele Züri, stand Red und Antwort zur Frage, welche Konsequenzen die Katholische Kirche im Kanton Zürich gezogen hat, um sexuellen Missbrauch zu bekämpfen und ihm vorzubeugen. Bei der Feststellung Steffens, dass die Katholiken keine „Stars“ wie Pfarrer Sieber oder Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist hätten, verwies sie auf Papst Franziskus. Mit diesem Gespräch setzte Franziska Driessen-Reding ein starkes, lebensnahes Zeichen aus der realen Welt. Kein Wischi. Kein Waschi. Ein Auftritt mit einer Sprache, die alle verstehen.
Zu einem stillen Auftritt aus Solidarität mit Papst Franziskus lädt die Pfarrei Geroldswil ein: Nach dem Samstagabend-Gottesdienst sind die Gläubigen unter dem Motto «Lichter für Papst Franziskus» bei Kerzenschein zu einem stillen Zeichen und Gebet eingeladen.
Ob es mir gelungen ist, die Zuschauerinnen und Zuschauer beim «Wort zum Sonntag» zum Zuhören zu bringen, oder ob die knapp vier Minuten jeweils genutzt wurden, um Bier und Chips für die Abendkiste bereitzulegen, kann ich nicht beurteilen. Auf alle Fälle ist nach zwei Jahren und 24 Wörtern Schluss und mit dem letzten Beitrag „Kurswechsel“ im mehrfachen Sinn angesagt. Zuerst als inhaltliches Thema und dann schon bald mit dem neuen Team. Ich bedanke mich für die zahlreichen Rückmeldungen, sei es wegen Krawatte oder keiner Krawatte, kritisch oder zustimmend. Oftmals hat sich ein überraschend anregender Gedankenaustausch ergeben. Als ein Fazit nehme ich das Staunen mit, wer alles das Wort zum Sonntag schaut – und wer nicht.
Zu schauen und nachzudenken gibt es auch in der Ausstellung «Schatten der Reformation - Befreiung und Verfolgung» die am 20. September im Zürcher Stadthaus eröffnet wurde. Zu 500 Jahre Reformation gab es seit einiger Zeit zahlreiche Feiern und Anlässe. Nun bedenkt und thematisiert diese Ausstellung unterschiedlichste Kräfte und deren widersprüchliche Wirkungen, im Bewusstsein, dass eine Reformation eben mehr ist als die kleine, brave Schwester einer Revolution. Reformation und Gegenwart treffen sich auf einer überraschend persönlichen Ebene von zwölf Paaren, eine der Personen ist jeweils historisch, die andere zeitgenössisch. Weitere Anlässe folgen ab November bis Januar 2019.
An diesem Wochenende stehen drei Vorlagen zur Abstimmung: Velowege, Fair-Food-Initiative und die Volksinitiative für Ernährungssouveränität. Welcher Entscheid ist der richtige? Wie so oft liegt auch hier der Teufel im Detail und ich kann nur empfehlen: entscheiden Sie gemäss Ihrem Wissen und Gewissen. Wenn Sie dann am Sonntag schon zur Urne unterwegs sind und über Ernährung abstimmen, besuchen Sie doch gleich noch einen Gottesdienst. Der nährt die Seele. Dann haben Staat und Seele was davon.
 
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag. Arnold Landtwing
 
Simon Spengler, Aschi Rutz, Kerstin Lenz, Arnold Landtwing

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