Copy
bedingungslos & sinnvoll = lebenswertvoll

bedingungslos & sinnvoll

 
"Willst du ihm dabei über die Schulter schauen? Just do it!
Am 15. Juni radelt er los. Und bloggt und twittert täglich frisch."

 
Mit diesem Tipp haben wir unseren letzten Newsletter Anfang Juni beendet.

Und nun ist bereits über drei Wochen unterwegs Richtung Nordkap. Seit einer knappen Woche radelt er durch Schweden mit Kurs auf Stockholm. Begleitet wird er seit Malmö von Radlerfreund Ray, den Jürgen auf seiner Reise #UmsMeer vor drei Jahren kennengelernt hat.

Immer beliebter geworden ist das Postkartenprojekt iDogma, ein Projekt-im-Projekt. Jürgen kreiert unterwegs Kunstpostkarten und sendet sie ab iPhone per App direkt zu dir, in deinen Briefkasten.
> mehr Infos: hier klicken

Seine Abenteuer? Sind so dramatisch nicht, eher fürs Gemüt, fürs Fernweh, für die Sehnsucht nach mehr ... und nach Meer. Auf Twitter liest sich das zum Beispiel so:
 
Noch ein Beispiel? Aber gerne, diesmal eins von heute, druckfrisch sozusagen, frisch gebloggt:

Das perfekte Rund allen Stillstands – Blogartikel vom 7.7. 2015

Es gibt nur noch das graue Band, das niemals endet. Straße, Straße, Straße. Dahinter ist Wald, Getreidefelder, ab und zu ein Farbtupfer eines rot bemalten Hauses. Die Gegend ist unendlich ländlich.

Nach der Hitze, vor ein paar Tagen weht ein kräftiger Westwind, der uns manchmal ausbremst, oft von der Seite nervt und die vollbepackten Räder hin und her schaukelt. Manchmal kommt er auch von hinten. Je nachdem, in welche Richtung der Weg gerade führt.

Wir folgen den grünen Sverige Leden Radwegeschildern über kaum befahrene Sträßchen. Rays Straßenkarte zeigt, dass wir zwischen zwei Seen nördlich radeln.

Es passiert … nichts.

Alle zehn Kilometer stoppe ich, um die obligatorischen Streckenfotos für die Kunststraße zu fotografieren.

Da, ein Café. Neben einem Steinkreis. Geschlossen.

Nichts passiert.

Wir radeln.

Sehenswürdigkeiten sind mit dem internationalen Symbol für Sehenswürdigkeiten ausgeschildert. Ein Quadrat mit verschlungenen Ecken.

Ein Grab. Uralt. 150 Meter rechts. Ein Naturreservat ein Kilometer links.

Nichts passiert. Die Silhouette der Findlinge auf dem Grabhügel liegt träge wie seit Jahrtausenden vorm Horizont.

Wolken ziehen über uns hinweg. Wie Buckelwalherden.

Voranschleppen. Der Wind steht wieder mal ungünstig. Oder ist es die Strecke, die sich nach Westen biegt? Egal wir ächtzen gen Alvesta.

[...]

Nichts passiert.

Ein zutraulicher Vogel setzt sich auf die Lehne meiner Bank und starrt mich an. Ein krähenähnlicher, hungriger Winzling. Ein Schluckspecht auf der Bank gegenüber fragt mich nach dem Woher und Wohin aus. Brachial-englisch-schwedisch-deutsch. Der Wind weht die Fahrräder zweimal um. Nichts ist passiert. Zum Glück.

Raus aus Alvesta dämmert mir langsam, warum QQlka und ich 1995 das Nordkap nicht erreichten. Es war gar nicht das Wetter im Norden, die Kälte, die uns letztlich ausknockten. Es war dieser Mangel an Input, an Zwischenzielen, an Seelenfutter.

Die Kälte und der Regen waren nur ein Symptom, deren Ursache – für einen im engen Deutschland lebenden – die Weite war. Um es mal so auszudrücken.

Nichts passiert. Dann fahren unser Nachbarn vom Zeltplatz Kärrasand fröhlich hupend an uns vorbei. [...]

Hatte ich vor ein paar Tagen nicht erstmals das Gefühl, dass ich es tatsächlich schaffen kann bis ans Kap? Nun sieht es wieder ganz anders aus. Fast wie das Wetter, schlägt die Stimmung um. Was, wenn ich letztlich alleine bin, die letzten 1700 Kilometer durch noch viel mehr Nichts radeln muss, als jetzt schon?

Wieder einmal spüre ich, wie die Kräfte, die ich investiere, um etwas zu erreichen, ebenso große Gegenkräfte in meinem Innern erzeugen. Fast schon yin-yangisch schmiegen sie sich embryonal aneinander und bilden das perfekte Rund des Stillstands.

Aber vielleicht ist das ja genau das Ziel meiner Reise. Der Stillstand, der im Trubel allen Wollens endlich zum Frieden führt?

Das heutige Zeltlager auf einer frisch gemähten Wiese auf einer Waldlichtung direkt unter einem kaputten Hochsitz, findet sich bestimmt tausendmal in Schweden. Es könnte überall sein.

Ich könnte überall sein.

 
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
 
Über Jürgens Reise berichten auch andere BloggerInnen.
Herzlichen Dank!
 ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Jürgens Reise in der Zweibrücker Presse:
 
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
 

Schreibworkshop


Nach wie vor suchen wir für mein Gemeinschaftsprojekt „Heilsames Schreiben | Schreibworkshop für traumatisierte Menschen“, das ich mit Rébecca Kunz zusammen lanciere, Menschen und Organisationen, die es gerne unterstützen.

Mehr Infos gibt es hier:
→ klicken zu den Schreibworkshop-Infos

 

Share
Tweet
Forward
Website
Website
Copyright © 2015 schriftgut.ch, All rights reserved.

Our mailing address is:
schriftgut.ch
Scheuerrain 5
Windisch 5210
Switzerland

Add us to your address book


deine Adresse aus diesem Verteiler austragen    deine Daten anpassen

Email Marketing Powered by Mailchimp