Um die aktuelle Debatte über den Denker Achille Mbembe zu verstehen, muss man an deren Anfang zurückgehen. Mbembe sollte bei der mittlerweile abgesagten Ruhrtriennale eine Rede halten. Doch dann forderte ein FDP-Hinterbänkler aus Nordrhein-Westfalen, ihn auszuladen. Sein Vorwurf: Mbembe unterstütze die BDS-Bewegung. Das Kürzel BDS steht für „Boykott, Investitionsabzug, Sanktionen“ und ist eine Kampagne, die Israel unter Druck setzen will, die Besetzung zu beenden und Palästinensern mehr Rechte zu gewähren. Zu ihren Unterstützern zählen Prominente wie Desmond Tutu, Naomi Klein, Roger Waters und Judith Butler. Kritiker halten sie dagegen für „antisemitisch“. Die israelische Regierung hat BDS sogar zum Staatsfeind Nummer eins erklärt und drängt ihre Verbündeten, es ihr gleichzutun – mit wachsendem Erfolg.