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Liebe Freunde von KIDS Kenia,


das Jahr 2021 neigt sich dem Ende und wir schreiben das 15. Jahr unseres Engagements.

Doch gibt es wirklich einen Grund zum Feiern?

Ja, den gibt es.

Seit 15 Jahren lernen, sehen und verstehen wir, wie Armut funktioniert.

Wir haben verstanden, was es bedeutet in Armut aufzuwachsen und mit den Folgen zu leben.

Wir haben verstanden, dass du zuerst die Hintergründe von Armut begreifen musst. Erst dann kannst du effektive Hilfe organisieren.

Wir haben verstanden, dass die gesammelten Erfahrungen, essentiell sind, um solch ein Projekt zum Erfolg zu führen.

Unzählige Einzelschicksale haben wir hautnah miterlebt.

Einige haben bis heute keine Gerechtigkeit erfahren.

Als wir 2006 das erstmal nach Kenia reisten, waren wir überwältigt und berührt von den Eindrücken, den Menschen und der unfassbaren Armut im Land.

Kinder, die für ein paar Schafe und Ziegen an Männer verkauft werden.

Frauen, die körperlich hart arbeiten um am Ende des Tages ein paar Schilling ihr eigen nennen zu können.

Korruption, die bis in die letzte Pore der Gesellschaft dringt und ein ganzes Land paralysiert.

Der Umgang mit dem Alltag vor Ort hat uns geformt und gestärkt. Demütig und auch stolz, sind wir froh darüber, hier zu sein und helfen zu können.

Seit 15 Jahren werben wir Spenden ein und seit 15 Jahren können wir dank Ihrer Unterstützung, liebe Spenderinnen und Spender, so viel erreichen. Wir werden nicht müde und hoffen, dass Sie es auch nicht werden.

Wir sind unendlich dankbar für Ihre finanzielle Unterstützung und auch für die warmherzigen und Mut machenden Worte, die uns immer wieder erreichen.

Jedem einzelnen von Ihnen möchten wir unseren Dank aussprechen, dass auch Sie verstanden haben, wie wir helfen können.

Mit Ihnen zusammen retten wir Leben!

Nun wünschen wir viel Spaß beim Lesen.
 


Zurück zur Schule


Seit Anfang des Jahres dürfen nun alle Kinder wieder zur Schule gehen. Die zuerst angekündigten Wiederholungen der Schuljahre blieben aus.

Es wurden stattdessen die Ferien gekürzt und die eigentlichen drei Trimester um eines erweitertet.

Knapp 50% der Schüler und Schülerinnen sind nicht zur Schule zurückgekehrt.

Frühschwangerschaften, Kinderehen und/oder kein Schulgeld wurden als häufigste Gründe genannt.

Wir haben unsere KIDS soweit es geht unterstützt. Unsere Sozialarbeiterin hat jeden Abend mit ihnen Schularbeiten gemacht und versucht das verlorene Schuljahr 2020 aufzuholen.

Alle konnten in das nächste Schuljahr versetzt werden.

Welch' eine Herausforderung!
 


Renovierungen


Unsere Umbauarbeiten sind abgeschlossen, wie wir im letzten Newsletter berichteten.

Kleinere Arbeiten, wie die Erneuerung des Abwaschbereiches und das Fliesen im Innen- und Außenbreich der Schlafräume der KIDS standen noch aus.

Doch auch das haben wir erfolgreich erledigt.
 


Feuerholz


Nach wie vor sind wir auf Feuerholz angewiesen. z.B. um das Duschwasser zu erwärmen oder Bohnen und Mais vorzukochen.

Eine freudige Überraschung kam im Februar diesen Jahres.

Um die Straße zu erweitern, sollen in Runyenjes (nächst grösserer Ort) Bäume gefällt werden.

Die Lokalregierung hat entschieden uns und einem anderen Kinderheim in der Nähe die Bäume zu spenden.

Wir sollten uns lediglich um den Transport und das Kleinschneiden kümmern.

Somit erhielten wir 10 Lastwagen voll mit Feuerholz. Das reicht für die nächsten drei oder vier Jahre.

Für den Transport und das Kleinschneiden haben wir insgesamt 1.500 Euro gezahlt, was einen Bruchteil der Kosten für die reguläre Beschaffung bedeutet.
 
 

Preissteigerungen


Allgemein hat sich die Lage in Kenia im vergangen Jahr verschlimmert.

Nach der Normalisierung der Nahrungsmittelpreise (kurz vor der Corona Pandemie), sind nun durch die Maßnahmen die Preise wieder um knapp 200 Prozent gestiegen und Teile des Landes werden von einer unglaublichen Dürre heimgesucht.

Lieferengpässe von Grundnahrungsmittel erreichen mittlerweile das ganze Land und somit auch uns.

Wir können nur von Glück sprechen, dass hier im Embu County der Regen noch nicht ausgesetzt hat.

Unser kleines Feld haben wir auch dieses Jahr zusammen mit den Kindern bestellt.

Wir haben Bohnen, Mais, Bananen, Paprika, Süsskartoffeln, Zucchini, Gurken und Zwiebeln angebaut.


Nothilfe!


Trotz der Schwierigkeiten, die wir durch den Preisanstieg erleben, haben wir Nahrungsmittel an Bedürftige verteilt.
 
Wir haben uns auf die Reise gemacht und Familien besucht, die es besonders hart getroffen hat und haben ihnen Lebensmittel und Bedarfsgüter übergeben.

Es ist eine Nothilfe, welche das pure Überleben sichert.

Danke.

 
 

Neue KIDS


Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Restriktionen, wie z.B. der lange Lockdown und die geschlossenen Schulen, hat sich die Situation für viele Kinder im Land verschlimmert.

Fälle von häuslicher Gewalt, frühkindlicher Eheschliessungen und Teenagerschwangerschaften sind massiv gestiegen.

Es ist deutlich, welche Auswirkungen die Maßnahmen in Deutschland haben. In Kenia werden sie sich weitaus erbarmungsloser zeigen.

Als Rescue Centre werden wir deutlich mehr gefordert. Die Anfragen des Childrens Departement, Kinder aufzunehmen, häufen sich. Doch kommen auch wir immer wieder an unsere Kapazitätsgrenze.

Wir versuchen alles mögliche, um so viele Kinder wie möglich zu retten, doch sind wir mittlerweile gezwungen Fälle abzulehnen.

Sie, lieber Leserinnen und Leser, können sich vorstellen, dass dies keine leichte Aufgabe ist.

Denn die Schicksale der Kinder sind erschütternd. Doch müssen wir abwägen zwischen extrem und sehr extrem. Eine Aufgabe, die oft an unsere Substanz geht.
 

Ausflüge


Durch die strengen Corona - Restriktionen im Land waren die KIDS fast ein Jahr im Kinderheim festgesetzt. Somit haben wir 2021 kurzerhand beschlossen auch wieder ein paar kleine Ausflüge für die KIDS zu ermöglichen. Z.B haben wir einen großen Ausflug in den Funparc gemacht. Dort wurde gebadet, gespielt und natürlich Pommes gegessen. Was ein Spass!

Auch zum nahegelegenen Wasserfall sind wir gewandert und haben einen tollen Tag erlebt.

Danke für dieses tolle Vergnügen.

Denn was für uns in Deutschland vielleicht eine Normalität darstellt, ist für die Kinder hier ein seltenes Highlight, was ihnen unglaublich viel bedeutet.
 


Mit ihrer regelmäßigen Spende geben Sie uns Planungssicherheit und wir können Kindern eine echte Zukunftsperspektive schenken.

Wir möchten unseren Newsletter mit einem Tagebucheintrag einer Vor-Ort-Helferin der ersten Stunde beenden.

Die Namen wurden geändert, um die Persönlichkeitsrechte zu wahren.

Bitte entscheiden Sie selbst, ob sie den folgenden farbig markierten Text lesen möchten.

In diesem Sinne verabschieden wir uns bei Ihnen.

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben und bitten Sie in ihrer Spendentätigkeit nicht nachzulassen.

Denn Sie retten Leben!

Vielen Dank und herzliche Grüße aus dem Kiaragana Kinderheim

Ihr KIDS Kenia e.V.
… because of the children!
„Tagebucheintrag, 9. November 2021“

Heute haben wir Alika besucht.

Sie ist 13 Jahre und hochschwanger.

Die lokale Presse berichtetet über ihren Fall: Schwerer sexueller Missbrauch.

– Hintergrund: April, 2021: …Nachbarn sind in die Hütte gestürmt, denn die Schreie des kleinen Mädchen wurden immer lauter. Sie haben Alika aus der Gewalt des Stiefvaters befreit und ihn aufs übelste zugerichtet…. –

Nur ein paar Tage später, nach diesem Vorfall, wurde Alika von der Polizei zu uns ins Kinderheim gebracht. Aus den Papieren erfuhren wir, dass die sexuellen Übergriffe des Stiefvaters schon eine ganze Weile gingen. Und auch die Mutter wusste davon. Hat aber nichts unternommen.

Alika wirkt gedemütigt und sehr schwach. Sie ist sehr zierlich und sieht eher aus wie eine Achtjährige, obwohl sie schon 13 ist. Für hiesige Verhältnisse ist das nichts ungewöhnliches, aber es schockt mich immer wieder.

Im Hospital wurde Alika untersucht.

Der obligatorische Schwangerschaftstest war positiv.

Alika erwartet ein Kind von ihrem Peiniger. Von ihrem Stiefvater.

Da Schwangerschaftsabbrüche in Kenia verboten sind, wird sie das Kind austragen.

Unsere Institution wurde vom Landesjugendamt ausgewählt, sie in Obhut zu nehmen.

Doch uns war klar, dass sie das Kind nicht im Kinderheim austragen kann.

Da das zuständige Jugendamt, wie so oft, untätig blieb, mussten wir uns persönlich auf die Suche nach einer geeigneten Einrichtung machen.

Mit viel Glück haben wir ein Platz im Home Crisis Pregnancy Center Embu gefunden.

Eine Institution, die minderjährige Schwangere zu sich nimmt, bis die Babies geboren sind.

Während der Schwangerschaft lernen die jungen Mädchen, zum Beispiel Nähen, Kochen und/oder Haare flechten. Kleine erworbene Fähigkeiten, mit denen sie später etwas Geld verdienen können.

Nach der Geburt ihrer Babies können sie weitere sechs Monate im „Pregnancy Center“ verbringen.

Sie verbringen Zeit mit den kleinen, stillen sie und dürfen sich erholen.

Nach diesen sechs Monaten werden die Säuglinge – in den meisten Fällen – in spezielle Institutionen gebracht und die minderjährigen Mädchen in die Obhut von Kinderheimen.

Auch Alika, wird voraussichtlich bald wieder zu uns kommen – ohne ihr Baby. Dann wird sie 14 Jahre alt sein. Zu jung, um zu begreifen, was auf sie zukommt. Zu alt, um in der Schule neu anzufangen.

Denn der Stiefvater war nie für die Idee, Alika zur Schule zu schicken. Sie hat mit ihren 13 Jahren gerade mal die zweite Klasse besucht.

Viele Fragen, rotieren wieder in meinem Kopf.

Wird sie je Gerechtigkeit erfahren? Kann und wird sie das Baby anerkennen? Es lieben können?

Was wird aus dem Baby werden? Was wird aus Alika? Welchen Bildungsweg können wir ihr anbieten? Wie können wir sie wieder auffangen? …

Wieso müssen Kinder in so jungen Jahren bereits durch die Hölle gehen?

So viele Szenarien, die mir zeigen, das unser Leben in Deutschland oft sehr weit weg ist, von den Problemen hier vor Ort.

Es ist und bleibt eine andere Welt, obwohl wir alle auf dem selben Planeten leben.

Mittlerweile haben wir viel Routine mit solchen Fällen. Routine, die mich erinnern lässt, wie viele Kinder wir bereits gerettet haben. Routine, die mir zeigt, dass wir weiter machen müssen. Mit diesen Erfahrungen gibt es keinen Weg zurück.

Einen kleinen Funken Hoffnung sah ich auch heute in den Augen von Alika. Immer wieder schaut sie mich an, als möchte sie etwas rausschreien, doch es scheint ihr nicht möglich.

Ihr Blick durchbohrt mich und lässt Fragen offen, wie den Wunsch nach einem gerechteren Leben.

Meine Stimmung ist sehr gedämpft. Und wenn ich diese Zeilen schreibe, denke ich an all die Kinder da draussen, die niemals eine Chance erhalten werden. Kinder, die niemals Gerechtigkeit erfahren. Kinder, die niemals Kinder sein dürfen…

 
INFO: Das Kiaragana Children Home bietet Kindern einen Schutzraum. Kindern, die häusliche Gewalt erleben. Kleinen Mädchen, die als Sexsklaven verkauft werden, oder Zwangshochzeiten ausgesetzt sind. Kleinen Jungen, die von zuhause verstoßen werden, da ihre Mütter oft selbst noch Kinder sind und mit Drogen und Prostitution versuchen auf der Straße zu überleben. Wir sind staatlich anerkannt. In Deutschland wie in Kenia.
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