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Die Neue Norm: Handgepflückte Links von Raul Krauthausen

👋 <<Vorname>>,


Was ist neu? Ab sofort werden die Ausgaben schlanker sein und da wo es geht, ergänze ich die handgepflückten Links um eine Erläuterung, wieso ich sie ausgewählt habe. Außerdem erfährst du wöchentliche Neuigkeiten von den Sozialheld*innen und unserem Magazin Die Neue Norm.

Hinzu verlinke ich einen Social Media Post der Woche, damit du auf dem Laufenden bleibst, was mir Spannendes, Lustiges oder Informatives begegnet ist – oder ich selbst gepostet habe.

Bereit? Dann viel Spaß!
Liebe Grüße
Raul


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📅 Meine nächsten Termine

Buch und Podcast "Wie kann ich was bewegen?"
Buchcover: "Wie kann ich was bewegen?"
Hast du schon ein Weihnachtsgeschenk für deine Liebsten?
Mein Buch Wie kann ich was bewegen ist vor Kurzem in der Edition Körber (Körber Stiftung) erschienen und überall erhältlich, wo es Bücher gibt.
Schon bald wird es eine Hörbuch-Fassung.
Katja Diehl
Darüber hinaus gibt es auch einen Podcast zum Buch. Dort interviewe ich Deutschlands berühmteste Aktivist*innen zu ihrer Arbeit, zu ihrem Antrieb, ihren Erfolgen und Niederlagen.
In der aktuellen Folge unterhalte ich mich mit Katja Diehl über die Dringlichkeit der Verkehrswende, die Macht der Autolobby und ob Katja das Autofahren generell verbieten will.
Einfach auf Spotify oder Apple Podcast einschalten!
Neues von Die Neue Norm
Edith Arnold
Kolumne:
Edith Arnold

ist 33 Jahre alt, lebt und arbeitet als selbstständige Sexualbegleiterin für geistig behinderte Menschen und Autist*innen in Hamburg und konnte uns bereits 2018 Einblicke ihrer Arbeit in der 37 Grad Dokumentation "Die Berührerin" ermöglichen.
Zu Beginn der Pandemie hat sie ihre Liebe zum Schreiben mit der Liebe zu ihrer Arbeit als Sexualbegleiterin verbunden und einen Blog gestartet, auf dem sie (un)regelmäßig weitere Einblicke gibt. Nebenbei ist sie bei Twitter oder Instagram zu finden. 2019 wurde bei ihr Multiple Sklerose diagnostiziert.
Website
Twitter
Instagram
Wie geht es dir?
Ich habe Multiple Sklerose, eine chronisch entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Ich bin für andere unsichtbar behindert.
Wenn ich über die MS spreche oder schreibe, bekomme ich häufig Meinungen. Genauer gesagt: ableistische Meinungen und gut gemeinte, aber vollkommen übergriffige, Ratschläge. 
Ja, ich gehe zwar einen Dialog ein, wenn ich über meine Erkrankung spreche. Ich spreche über sie, weil auch ich damit ein wenig aufklären kann, Austausch mit anderen behinderten Menschen habe, weil ich mich nicht verstecken möchte und mir das Verschweigen der Krankheit viel zu umständlich wäre.
Mir ist auch klar, dass es Außenstehende verunsichert, wenn Menschen erkrankt sind. Man möchte der erkrankten Person gerne helfen. Der Umgang mit den Unsicherheiten meines Umfeldes war für mich nach der Diagnose natürlich schwierig. Bestimmt auch, weil ich selbst nun mal sehr verunsichert war.
Aber bitte stellt euch vor, ihr bekämt ungefragt E-Mails mit Ernährungstipps von Ökotrophologinnen oder Nachrichten wie
 
„Oh Gott, ich hoffe, es trifft dich nicht so stark wie meine*n Verwandte*n“
„Hast du schon Mittel XY probiert?“
„Hast du schon gehört, dass es bald eine Impfung gegen MS geben soll?!“

Ratet mal, ziemlich sicher habe ich all dies schon gehört, gemacht, gedacht, gefürchtet und bin oft besser informiert als ihr, wenn ihr keine MS habt.
Aber habt ihr mich schon gefragt, wie es mir abseits oder mit der MS im Moment geht? Und sind wir wirklich so gut bekannt oder verwandt, dass eine solche Frage, Aussage oder Anmerkung überhaupt angebracht ist? Wenn nicht, bitte lasst es. In aller Höflichkeit: Nein danke! Es ist total übergriffig.
Es gibt Dinge, die schon längst überholt sind, Dinge, die auch mir Angst machen und Dinge, die ich vermisse. Und dazu zählt zum Beispiel, dass mich einfach mal Menschen fragen, wie es mir geht. Ob mit oder ohne meine MS.
Öffnet euch bitte dafür, dass die Probleme eben auch ganz woanders liegen können als dort, wo ihr sie vermutet und ihr vermutlich nicht ohne jemals mit mir gesprochen zu haben den ultimativen Tipp habt, der meine - von euch unterstellten - Leiden sofort beendet. Ich wünsche mir, dass ich statt ungebetener Ratschläge, euer ehrliches Interesse bekomme. 
Dann könnte ich zum Beispiel davon berichten, dass ich daran verzweifle, dass ich keinen Schwerbehindertenausweis und Pflegegrad bekomme, was mir wirklich den Alltag erleichtern könnte. Dass mir die Krankenkasse das Medikament gegen die Fatigue nicht zahlen möchte, oder dass ich Hilfe bei der Zuzahlungsbefreiung brauche. Dass ich, ohne die MS, wahrscheinlich schon zwei Bücher über meine Arbeit als Sexualbegleiterin geschrieben hätte, mit ihr aber manchmal noch nicht mal die Kraft habe, mir Essen zu machen, weil die Fatigue meine unsichtbare Gegnerin ist und ich den vorhersehbaren Tagesablauf einer Seniorin benötige.
Oder, dass ich Liebeskummer habe, den einen Film gut fand, trauere, weil mein Hund starb, meine Arbeit als Sexualbegleiterin für behinderte Menschen sehr vermisse, oder dass ich im Moment auch einfach mal keine Probleme habe.
Fragt mich doch einfach mal, aber bitte ohne doppeldeutigen Subton, wie es mir geht.
Artikel der Redaktion Wenn du mehr von Die Neue Norm lesen oder hören willst, findest du alle veröffentlichten Beiträge, Kolumnen und Podcastfolgen hier: dieneuenorm.de
Handgepflückte Links der Woche
Gesellschaft
Politik
Arbeit / Bildung
Kultur / Medien
  • Erwin Aljukić: "Ich habe keine Lust mehr, euer Feigenblatt zu sein" (berliner-zeitung.de)
    Aljukić ist einer der wenigen Menschen mit Behinderung, die in Deutschland vor der Kamera stehen. Er fordert endlich echte Gleichberechtigung.
  • Wer ist hier behindert!? (arte.tv)
    Wheelchair Skating, d.h. sitzen und skaten, begeistert inzwischen ein Millionenpublikum. DJ Pone hat mit seiner Band Fonky Family den Marseiller Rap der 1990er und 2000er Jahre mitgeprägt und ist an der Nervenerkrankung ALS erkrankt. Als Baby erkrankte Dergin Tokmak an Kinderlähmung. Heute wird er für seine spektakulären Tanzmoves auf Händen getragen...
  • Wenig Diversität in Abendnachrichten (neuemedienmacher.de)
    Die Neuen deutschen Medienmacher*innen haben vor der Bundestagswahl die Abendnachrichten ausgewertet. Aus der Untersuchung geht hervor, dass migrantisch wahrgenommene Menschen noch immer stark unterrepräsentiert sind. Menschen mit Behinderung sind fast gar nicht zu erkennen und Frauen selten in Expertinnenrollen.
  • Wie erklärt man etwas, das unsichtbar ist? (instagram,com/diemaus)
    Die eigenen Gedanken und Gefühle zu verstehen, ist gar nicht leicht. Noch schwieriger wird es, wenn sich das Leben nicht mehr so bunt und schön anfühlt, wie sonst. Ein Video auf Instagram von Der Sendung mit der Maus.
Aus aller Welt
Auch im englischsprachigen Raum gibt es aufregende Artikel.
  • Mein Pick der Woche ist von Aktivist Andrew Pulrang und behandelt die Frage, was manche Menschen mit Behinderung dazu führt, Inklusionsaktivist zu werden. Es ist wohl offensichtlich, wieso mich sein Artikel fasziniert hat:
    What Moves Some People With Disabilities To Be Disability Activists? (Forbes.com)
    Most people with disabilities have to be advocates at some point. We have no choice. Some later adopt it as a calling, for ourselves and others like us. A few are inspired to commit to more long-term and consequential disability activism with the potential to benefit thousands or millions of disabled people.
Social Media Post der Woche
Tweet: "Was steht zum Thema #Inklusion im #Koalitionsvertrag?  Thread in möglichst leichter Sprache, Screenshots aus dem PFD mit leicht gekürzten Bildbeshcreibungen (wegen Zeichenlimit). Sorry ich hab keine Piktogramme geschafft.  Orginal-Dokument"
Neues von den Sozialheld*innen
  • Nur etwa jede vierte Arztpraxis ist barrierefrei (sozialhelden.de)
    Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen fordern die Sozialheld*innen die künftige Bundesregierung auf, einen barrierefreien Zugang zur Gesundheitsversorgung zu schaffen. Durch mangelnde Barrierefreiheit, fehlendes Wissen um seltene Erkrankungen und unzureichende Kommunikationsmöglichkeiten können Menschen mit Behinderungen noch immer die medizinische Grundversorgung nicht in vollem Umfang wahrnehmen. So sind laut einer Erhebung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aus dem Jahr 2019 nur knapp 26 Prozent der hausärztlichen und fachärztlichen Praxen in Deutschland barrierefrei zugänglich. Von 1.365 gynäkologischen Arztpraxen wurden laut einer Studie der Universität Bielefeld sogar nur 6 Prozent als barrierefrei erfasst.
  • Wie eine Inklusionswende gelingt! (barrierenbrechen.de)
    Wir Menschen mit und ohne Behinderungen in führenden Sozialunternehmen Deutschlands wollen konkrete Wege aufzeigen, wie „die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern mit Behinderung weiter ausgebaut werden kann.“ Wir wollen Innovationen in Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft schaffen, einen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit leisten und die Potenziale von Menschen mit Behinderungen einbringen. Menschen mit Behinderungen umfassen 10 % der Gesamtbevölkerung. Gemeinsam mit allen wollen wir neben der Klima- eine Inklusionswende voranbringen.
Außerdem

Restart Europe

tui-stiftung.de

ist ein Ideenwettbewerb für junge Europäerinnen zwischen 16 und 26 Jahren. Wenn ihr eine Projektidee habt, über die ihr digital mit anderen Europäerinnen in Kontakt treten könnt, nehmt teil. Ein Projekt mit Inklusionsgedanken wäre doch schon mal ein toller Ansatz.



Am 5.12. geht das Medienkunstprojekt „DOUBLE TROUBLE“ live

double-trouble.me

In Form von Videos, Fotografien und Texten könnt ihr auf der Webseite erfahren, was es bedeutet, Frau und behindert zu sein. An diesem Tag um 18 Uhr, habt ihr auch die Möglichkeit, die Künstlerinnen über Zoom kennenzulernen.


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