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heute gibt's wieder handgepflückte Links über Inklusion & Innovation, eine Kolumne von Charlotte Zach und einen neuen Tipp der Woche!
 

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Raul

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Kolumne


Charlotte ZachCharlotte Zach
ist Psychologiestudentin im Master in Hildesheim, arbeitet in der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung, hat grad ihre Peer- counseling- Ausbildung begonnen und organisiert als Rollstuhlfahrerin ihren Alltag selbstständig mit Assistenz. Gerade sucht noch oder mal wieder ihren Weg in der Balance zwischen Aktivismus für die eigene Betroffenheit und dem Anspruch, sich dabei nicht selbst auf die Behinderung zu reduzieren. Sie liebt das geschriebene Wort in allen Varianten, ob Essay, Gedicht, Liedtext oder Geschichte und außerdem, die ganz großen Fragen in den kleinen Dingen des Alltags zu finden.

Normalität kann man nicht betonen
Vor ein paar Jahren hatte die Caritas in meiner Heimatstadt mal eine Plakatkampagne, mit der sie für mehr Toleranz und Inklusion werben wollten. An der Hauswand des Caritasgebäudes hing ein riesiges Banner, auf dem eine junge Frau im Rollstuhl, wahrscheinlich Spastikerin, abgebildet war und dazu stand dort der Spruch „Ich hätte auch lieber blonde Haare!“.  Ich habe dieses Banner gehasst. 
Raul Krauthausen hat mal gesagt, er wollte nie „Berufsbehinderter werden“. Dafür hat er wohlwollendes Lachen geerntet. Doch dahinter steht eine ernste und ziemlich vertrackte Frage. 
Die Frage danach, ob es nicht paradox ist, sich für Inklusion einzusetzen und dabei zu jeder Gelegenheit in der Öffentlichkeit als „Der/ die Behinderte“ aufzutreten. Denn wenn ich so auftrete, werde ich auch ausschließlich so adressiert und indem ich auf meinen Adressaten eingehe, setze ich das Fundament dafür, dass ich zur nächsten Gelegenheit erneut so adressiert werde. 
Dieser Kreislauf läuft dann eine Weile und ich laufe mit ihm. Ich bekomme Bestätigung, mir wird Gehör verschaffen und auf die Schulter geklopft. Das ist gut gemeint und fühlt sich auch erstmal sehr gut an… aber wie weit ist der Weg zum sogenannten „Inspiration Porn“, den rührigen Bekundungen fremder Menschen dazu, was für ein bewundernswerter Mensch man doch sei, außer, dass einem nun nicht mehr für den Einkauf im Supermarkt oder das Abhängen in einer Bar sondern für das Aufschreiben und Äußern von ein paar Gedanken auf die Schulter geklopft wird…?
„Na, Moment mal!“, wird der/die empörte Leser*In jetzt ausrufen, „Wir brauchen doch Aktivist*Innen. Die machen doch einen hervorragenden Job!“ – Und völlig zurecht! Ja, wir brauchen viel mehr Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen in der Öffentlichkeit! 
Wir brauchen  viele Gesichter, die beweisen, dass „die Behinderten“ keine homogene Gruppe sind, dass sie mitten im Leben stehen, dass sie mit 1000 Barriere-Monstern zu kämpfen haben und davon bestimmt locker 600 nichts mit dem zutun haben, was sich nicht-beeinträchtigte Menschen darunter so vorstellen. Sie können und müssen zeigen, dass sie Ideen und Visionen haben und ihr Umfeld zum Umdenken bringen können. Es herausfordern und das auch in Bereichen, die auf den ersten Blick gar nichts mit Inklusion zutun haben scheinen. Für all das und viel mehr brauchen wir Aktivismus in der Inklusion. 
Und trotzdem komme ich um eine Paradoxie nicht umher. Man kann Normalität nicht betonen. Oder: Es ist ein schmaler Grat zwischen Empowerment und Reproduktion der Opferrolle! Mit jeder Veranstaltung, zu der ich als die starke junge selbstbewusste Rollstuhlfahrerin eingeladen werde, identifiziere ich mich mehr als diese Person. Und ich weiß, wenn ich genauso jung und genauso stark und genauso Frau wäre, ohne im Rollstuhl zu sitzen, wäre ich nicht eingeladen worden. Das ist nicht schlimm. Aber es ist Fakt, dass meine Behinderung und meine Entscheidung, über das Leben mit ihr öffentlich zu reden, das ist, was mich interessant macht in diesem Moment. Das bedeutet aber auch, dass ich in jeder dieser Situationen meinem Gegenüber die Möglichkeit nehme, etwas anderes als meine Behinderung als mein herausstechendes, wichtiges Merkmal wahrzunehmen! Ich biete der Öffentlichkeit an, mich als Rollstuhlfahrerin zu adressieren und genau das wird sie tun. Das ist okay aber uns sollte bewusst sein, dass wir, obwohl wir uns hinstellen, um Vorurteile abzubauen und Vielfalt zu repräsentieren, damit auch immer ein Stück weit einen Unterschied, eine Kategorie reproduzieren, die wir eigentlich eliminiert haben wollen.
Und dann ist da noch die persönliche Ebene. Es macht etwas mit mir als Mensch, mich so zu präsentieren. Vielleicht macht es mich stolz. Selbstbewusst. Mutig. Das ist gut. Aber es ändert auch die Beziehung zur eigenen Behinderung. So oder so. Es kann einen die Behinderung besser annehmen lassen können. Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, ich habe mich auch mehr mit meiner Behinderung identifiziert. Das bedeutet auch, ich habe mich mehr über meine Behinderung definiert. Und das ist wieder ein schmaler Grat: Akzeptanz, Empowerment und Selbstliebe sind großartig. Aber sich über seine Behinderung zu definieren? Sich über Defizite generell zu definieren halte ich für ungesund.  Und kämpfen wir nicht alle grad dafür, von unserem Umfeld nicht über unsere Behinderung definiert zu werden?
Ich habe noch keine Lösung für diesen Balanceakt, beginne ich selbst doch erst, ihn zu verstehen. Natürlich braucht es Identifikation und Empowerment und daraus wachsende Solidarität.  Und doch will ich mich auch immer wieder selbst hinterfragen: „Wie viel trage ich selbst zum Erhalt des Systems in den Köpfen bei? - Vielleicht auch, und gerade, ohne es zu merken?“

Tipp der Woche

manimundo
ist ein Online-Portal, in dem man mit Hilfe von Videos die Deutsche Gebärdensprache (DGS) bis zum Level B1 lernen kann. Nach einem kostenlosen Demo-Kurs ist es ein kostenpflichtiges Angebot; eine Preisliste kann auf der Website eingesehen werden. Es kann zwischen Selbstlernkursen und Fernunterrichtskursen entschieden werden und zusätzlich besteht die Möglichkeit persönliche Unterstützung durch einen E-Teacher zu bekommen. Nach bestandenen Prüfungen erhält man ein Zertifikat, das mit anderen Sprachkenntnissen vergleichbar ist.
Handgepflückte Links

#BarrierenBrechen – Auf die Barrikaden, damit sie einstürzen!

https://raul.de/leben-mit-behinderung/barrierenbrechen-auf-die-barrikaden-damit-sie-einstuerzen/

Dies ist ein Aufruf. Halten wir mit dem Inklusionsgerede mal inne: Entweder wir beginnen den Umbau der Gesellschaft aktiv selbst – oder wir können uns das alles sparen. Darum sammeln wir jetzt aus der Community Vorschläge für Barrieren, die wir gemeinsam eine nach der anderen abbauen wollen. Denn wir wollen nicht mehr auf andere warten.


 

Warum die Berliner Schulpolitik mal wieder ins Abseits steuert

https://raul.de/allgemein/warum-die-berliner-schulpolitik-mal-wieder-ins-abseits-steuert/

Der Berliner Senat investiert in neue „Förderplätze“ für „Geistige Entwicklung“. Und verabschiedet sich damit von einer Inklusion, die bisher sowieso nicht ernst genommen wurde.


 

„Experten in eigener Sache“ geben Inklusions-Seminare

https://bildungsklick.de/schule/detail/es-gilt-barrieren-in-den-koepfen-abzubauen-vom-projekt-werden-viele-profitieren

In Baden-Württemberg werden Menschen mit Behinderungen zu Bildungsfachkräften ausgebildet. Das Land sichert ihnen nun dauerhafte Arbeitsplätze. Wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer heute in Stuttgart mitteilte, steht die Finanzierung zur Fortsetzung des Projekts „Inklusive Bildung Baden-Württemberg“.


 

#BarrierefreiPosten - Social Media barrierefrei machen

https://barrierefreiposten.de/barrierefreiPosten.html

Soziale Medien sind nicht barrierefrei. Die Initiative „Barrierefrei Posten“ kämpft dafür, dass sich das ändert.


 

Neues Bundesteilhabegesetz – mehr Autonomie oder Verwaltungsaufwand?

https://www.butenunbinnen.de/videos/neues-bundesteilhabegesetz-100.html

Die neue Stufe des Bundesteilhabegesetzes macht viel Arbeit. Zusätzlich sorgt es für Unruhe bei den betroffenen Menschen mit Beeinträchtigungen.


 

Als Stachel Behindertenpolitik vorantreiben

https://kobinet-nachrichten.org/2020/01/10/als-stachel-behindertenpolitik-vorantreiben/

Als Opposition will die Linksfraktion im Deutschen Bundestag auch weiterhin als Stachel fungieren, der die Regierungskoalition auch in der Behindertenpolitik stets vorantreiben muss.


 

Blinde Eltern in den Medien

https://heikos.blog/2020/01/09/gastbeitrag-blinde-eltern-in-den-medien/

Kürzlich hat Lydia Zoubek den Artikel "Wie es ist, als Sehende in einer blinden Familie aufzuwachsen" im Magazin VICE gelesen. Bei dieser Lektüre wurde soe das Gefühl nicht los, dass die Verfasserin nicht nur keine Erfahrung mit blinden Menschen hatte, sondern auch keinen Gedanken an eine halbwegs akzeptable Recherche verschwendet hat. Der Beitrag strotzt nur vor Klischees, Unwahrheiten und Ahnungslosigkeit, gepaart mit allem was die Schreibkunst an Dramatik zu bieten hat. Kurz: der schlechteste Beitrag, der ihr in den letzten 20 Jahren über Eltern mit einer Behinderung untergekommen ist...


 

Podcast: Blind auf dem 36c3

https://www.hobbyquerschnitt.de/2020/01/10/blind-auf-dem-36c3/

Björn Schulz war mit Niklas beim 36c3, der Congress des CCC in den Leipziger Messehallen. Niklas ist sehbehindert und zeigt den Congress aus einem anderen Blickwinkel.


 

Über Spaziergänge, Erfüllung und Helfersyndrom

https://www.dasbisschenrollstuhl.de/ueber-spaziergaenge-erfuellung-und-helfersyndrom/

Persönliche Assistenz ist etwas Besonderes – doch nicht deswegen, weil Eliza Gawin Unterstützung braucht und jemand diese leistet. Ihr mehr gut tun zu wollen, als sie es sich wünscht, weil man darin aufgeht und es einen erfüllt – das ist übergriffig. Sich abgelehnt und abgewertet zu fühlen, wenn man als Assistent_in einer behinderten Person schlichtweg nur einen Kaffee zubereiten darf und manchmal nicht mehr – das ist falsch.


 

Sie sind aber mutig, mit dem Rollstuhl mit uns zu reisen - Meine Erlebnisse mit der Deutschen Bahn

http://wheelymum.com/sie-sind-aber-mutig-mit-dem-rollstuhl-mit-uns-zu-reisen-meine-erlebnisse-mit-der-deutschen-bahn/

Im Dezember hatte Ju das Vergnügen mit der Deutschen Bahn zu reisen. Viele machen das täglich und leisten so einen großen Beitrag zum Umweltschutz. Ju würde das auch gerne und viel häufiger tun. Aber die Erfahrungen sind leider nicht die besten und der Supergau war im Mai 2019.


 

Mit einem YouTube-Video zum Job: David Lebuser im Interview

https://inklusive-medienbildung.de/botschafter.html

David Lebuser, 33, amtierender Deutscher Meister im Rollstuhl-Skating (WCMX) und ehemaliger Rollstuhlskater-Weltmeister, sitzt seit einem Unfall im Alter von 21 Jahren im Rollstuhl. Lebuser arbeitet als Reha-Fachberater in Hamburg. Mit seiner Partnerin Lisa Schmidt gründete er das Projekt Sit’n’skate und veranstaltet Workshops und coole Aktionen mit Rollstühlen. Sein Ziel: Destroying Stereotypes! Nun unterstützt er das Pilotprojekt Video-Bewerbungen „ganz schön anders ins Arbeitsleben“ für junge Leute mit Förderbedarf.


 

Janis McDavid ohne Arme und Beine: "Wenn ich einen Typen treffe, habe ich das nicht im Hinterkopf"

https://www.bento.de/gefuehle/leben-ohne-arme-und-beine-janis-mcdavid-ueber-koerpergefuehl-partys-und-dating-a-c22a34e4-b778-4fc7-a0ef-ca45bf10192d

Janis McDavid hat ein Ziel: sich nicht von negativen Gedanken aufhalten lassen und sein Leben auskosten – mit Reisen, Partys, Dates.


 

Video: Ein fast normales "Leben im Rollstuhl"

https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/Joerg-Holzem-Sport-rettete-sein-Leben,av-o1187487-100.html

Als Kapitän der Nationalmannschaft im Rollstuhlrugby war Jörg Holzem bei den Paralympics, hat zwei Kinder und ist verheiratet - ein fast normales "Leben im Rollstuhl".


 

Weltreise trotz Glasknochen: Volker und Iris Westermann leben ihr Leben

https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExODc4OTg/

Ein Ehepaar mit Glasknochen: Dennoch reisen Iris und Volker Westermann gerne durch die Welt. Sie schreibt gerade ihre Doktorarbeit und er kocht leidenschaftlich gerne.


 

Orcam Hear: Die Audiobrille für Hörgeschädigte

https://www.golem.de/news/orcam-hear-die-audiobrille-fuer-hoergeschaedigte-2001-146004.html

Man nennt es den Cocktailparty-Effekt: Menschen mit gesundem Gehör sind problemlos in der Lage, sich auch in Umgebungen mit vielen gleichzeitig redenden Personen auf ihren Gesprächspartner zu konzentrieren. Dazu unterdrückt das Gehirn andere Schallquellen automatisch und die wichtigen Schallanteile werden zwei- bis dreifach so laut wahrgenommen.


 

Kyotos Bürgermeister will in allen neuen Hotels barrierefreie Zimmer

https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/kyotos-buergermeister-will-in-allen-neuen-hotels-barrierefreie-zimmer-265246/

Um den Service für Menschen mit Behinderung und ältere Gäste zu verbessern, plant Kyoto, dass alle Zimmer in neu gebauten Hotels grundsätzlich barrierefrei sein sollen.


 

Before the ‘Final Solution’ There Was a ‘Test Killing’

https://www.nytimes.com/2020/01/08/opinion/disability-nazi-eugenics.html

Too few know the history of the Nazi methodical mass murder of disabled people. That is why Kenny Fries writes.


 

Samantha Renke shares her experiences with accessible toilets

https://disabilityhorizons.com/2020/01/samantha-renke-on-disabled-toilets/

Disabled actress and activist Sam Renke shares her toileting stories caused by the lack of accessible toilets, from having to pee in front of strangers to having to use inanimate objects as a toilet.


 

Nadina LaSpina On Struggle, Empowerment, & Disability Pride

https://www.kalw.org/post/nadina-laspina-struggle-empowerment-disability-pride#stream/0

Disability rights activist Nadina LaSpina discusses her new memoir Such a Pretty Girl: A Story of Struggle, Empowerment, and Disability Pride.


 

4 Ways To Understand The Diversity Of The Disability Community

https://www.forbes.com/sites/andrewpulrang/2020/01/03/4-ways-to-understand-the-diversity-of-the-disability-community/

The disability community’s diversity can be confusing, but it’s not incomprehensible. We just need to dig a bit deeper to understand some of the most important differences in experience and thinking among people with disabilities, Here are four worth exploring.


 

Lady Gaga on treating her mental health issues: "I take a lot of medication to stay on board"

https://www.cbsnews.com/news/oprah-winfrey-wellness-tour-lady-gaga-speaks-about-taking-medication-for-mental-health-issues/

Pop star Lady Gaga opened up about taking medication and dealing with her mental health issues in a conversation with Oprah Winfrey on the first day of Winfrey's 2020 wellness tour.


 

Elizabeth Wurtzel, ‘Prozac Nation’ Author, Is Dead at 52

https://www.nytimes.com/2020/01/07/books/elizabeth-wurtzel-dead.html

Her startling 1994 memoir won praise for opening a dialogue about clinical depression and helped introduce an unsparing style of confessional writing that remains influential.


 

Video games and disability: Looking back at a challenging decade

https://www.polygon.com/2020/1/8/21056713/disabilities-video-game-characters-inclusion-accessibility-decade-in-review

Video games still struggle with how to show disabled characters.


 

Accessibility Features Are Not Cheating

https://butwhythopodcast.com/2020/01/05/accessibility-features-are-not-cheating/

When people frame accessibility like cheating, it is not only inherently false but extremely harmful to the disabled community.


 

Auslan interpreters save lives in bushfires, but only if they make the TV screen

https://www.abc.net.au/news/2020-01-10/auslan-interpreter-sean-sweeney-australian-bushfires/11848818

Sean Sweeney has become a familiar face in the bushfire crisis, working for months to ensure the deaf can access up-to-date emergency information.


 

Andrew Yang wants to sell you universal basic income. Beware if you have disabilities.

https://www.vox.com/first-person/2019/12/19/21026925/andrew-yang-disability-policy

Like many of the presidential candidate’s plans, his disability policy is thin and confusing.


 
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