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Die Neue Norm: Handgepflückte Links von Raul Krauthausen

Ein Frohes Neues Jahr, <<Vorname>>!


Es ist zwischen den Jahren viel passiert. Unter anderem gab es einen denkwürdigen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts. Darum haben wir keine Zeit zu verlieren und starten direkt in den ersten Newsletter 2022.
Natürlich wie gewohnt mit Handgepflückten Links, Neues von der Neuen Norm, den Sozialheld*innen und den Social Media Posts der Woche.


Viel Spaß!
Raul


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Neues von Die Neue Norm

Kolumne

Tourette und Vorteile
"Bewegung, Entspannung und Kontrolle. Dies sind Dinge, die für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit darstellen. Für Menschen mit dem Tourette-Syndrom sind sie jedoch eine willkürliche Entscheidung des Körpers."
Schreibt Elijah Barthelmes, der mit dem Tourette-Syndrom diagnostiziert ist. Auf Discord setzt er sich für mehr Aufklärung und weniger Klischees ein, was das Thema Tics betrifft.

Handgepflückte Links der Woche

Gesellschaft


Das Bundesverfassungsgericht erklärt in historischer Entscheidung Schutzpflicht gegenüber Menschen mit Behinderung (bundesverfassungsgericht.de)

Im letzten Newsletter habe ich auf die Situation in Tuttlingen hingewiesen. Dort hatten Klinik und Landratsamt Pflege- und Behinderteneinrichtungen aufgefordert, dafür zu sorgen, dass alte, behinderte oder erkrankte Personen im Falle einer Corona-Infektion nicht mehr behandelt werden.
Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen von AbilityWatch (Carola Nacke, Constantin Grosch, Anne Gersdorff, Nancy Poser uvm.) und unserem Anwalt Prof. Dr. Oliver Tolmein haben wir schon vor einem Jahr Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, weil wir genau diese Befürchtung hatten: Dass Menschen mit Behinderung im Falle knapper medizinischer Ressourcen benachteiligt würden. Nun haben wir Recht bekommen:
Das BVG hat entschieden, dass ein Staat „Schutzpflichten gegenüber behinderten Menschen habe, die sich aus dem Benachteiligungsverbot im Grundgesetz ergeben.“ Zwar bleibt noch unkonkret, wie so eine Schutzpflicht konkret aussieht, aber es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung und ein historischer Erfolg für uns.


Mörderin von vier Menschen mit Behinderung zu Höchststrafe verurteilt (kobinet-nachrichten.org)

Im Mordprozess um die Pflegehelferin Ines R., die im Oberlinhaus, einem Behindertenwohnheim in Potsdam, mehrere wehrlose Bewohner*innen heimtückisch ermordete, ist nun das Urteil gesprochen worden. Sie wurde zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Da das Gericht von lebenslanger Haft absah (denn Ines R. habe eine schwere Borderline-Persönlichkeitsstörung und sei daher vermindert schuldfähig), entsprechen die 15 Jahre der unter diesen Bedingungen möglichen Höchststrafe. Ines R. will laut ihres Anwalts nicht in Revision gehen.
 

Befriedungsverbrechen in Deutschland (raul.de)

Angelehnt an dieses Thema habe ich einen Artikel über strukturelle Gewalt gegenüber Menschen mit Behinderung geschrieben und wie subtil sie meist geschieht. Wir werden entrechtet und verwaltet und dazu gebracht, unsere eigene Unterlegenheit zu akzeptieren. Doch das wollen wir nicht länger hinnehmen.
 

Wohnsinn.org

hingegen zeigt, wie ein selbstbestimmtes, sicheres Wohnen gelingen kann.

Arbeit / Bildung


Nur ein Prozent der Behinderten wechselt auf den normalen Arbeitsmarkt (casting-network.de)

Meine Kollegin und gute Freundin Anne Gersdorff spricht in diesem Interview über den Arbeitsmarkt und wieso so wenige Menschen mit Behinderung den Sprung aus der Werkstatt wagen und schaffen.
 

Schwierige Schüler werden offenbar vermehrt als »geistig behindert« etikettiert (spiegel.de)

Die Schülerzahlen gehen zurück, die Zahl der Förderschüler aber bleibt gleich: Eine Studie zeigt, dass es bei der Schulverteilung wohl nicht nur um den Bedarf der Jugendlichen geht.
 

Inklusion/Bildung/Werkstatt (mdr.de)

Der Sendung MDR Selbstbestimmt erzählte ich, warum Förderschulen die Vorboten von Behindertenwerkstätten sind.

Kultur / Medien


Zu viele Barrieren für Künstler mit Behinderung (deutschlandfunkkultur.de)

Hier ein spannendes Interview mit Lisette Reuter, Gründerin des Kultur-Inklusions-Projekts Un-label: „Im Theater wird ein Rollstuhl eher zum Teil der Inszenierung, aber behinderte Schauspieler finden nur schwer den Weg auf die Bühne.“ Lisette Reuter fördert den Dialog auf vielen Ebenen und hofft auf Veränderung.
 

Lust und Aktivismus einer Teenagerin (deutschlandfunkkultur.de)

Sex, Inklusion und der Einsatz für Aufklärung: In der arte-Serie „1 Meter 20“ geht es um die 17-jährige Juana. Sie sitzt im Rollstuhl und sehnt sich nach dem ersten Mal. Gefällt mir gut.

Aus aller Welt

Im englischsprachigen Raum gibt es so viele spannende Artikel und Neuigkeiten, dass es mir schwerfällt, mich festzulegen. Hier ein kleiner Rundumschlag meiner Highlights:
 

For Users With Disabilities, Paid Apps Lag Behind Free Ones in Accessibility, Report Shows (wsj.com)

Schlechte Neuigkeiten für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen: Kostenpflichtige Apps sind deutlich seltener barrierefrei (Screen-Reader-fähig), als Apps, die kostenlos sind.
 

Anne Emerman, eine der berühmtesten Aktivist*innen für Behindertenrechte ist im Alter von 84 Jahren in Folge einer Lungenentzündung gestorben. (nytimes.com)

Ihr beeindruckendes Leben, ihre Errungenschaften im Rahmen der Behindertenrechtsbewegung (disability rights movement) und ihr weitreichendes Vermächtnis kannst du in diesem Artikel nachvollziehen. 
 

Warum es wichtig ist, Schauspieler*innen mit Behinderung zu besetzen (abc.net.au)

Fehlende Sichtbarkeit von behinderten Menschen in Film und Fernsehen ist natürlich nicht nur ein deutsches, sondern ein globales Problem. Zum Phänomen des Cripping up (d.h. nicht-behinderte Menschen als Charaktere mit Behinderung zu besetzen), wieso sich etwas verändern muss und was sich bereits getan hat, lest diesen tollen Artikel.
 

Legally blind Canadian using electronic glasses to develop more accessible apps (mobilesyrup.com)

Ist dir Geordie La Forge ein Begriff? Der geburtsblinde Star-Trek-Charakter konnte mithilfe eines Visors, also eines elektronischen Sehhilfsmittels, übernatürliche Sehkraft erreichen. Ähnliches ist heutzutage tatsächlich Realität geworden. Menschen mit starker Sehbeeinträchtigung kann durch die Elektro-Brille eSight zu voller Sehkraft verholfen werden. Visuelle Informationen werden gefilmt und in HD aufbereitet direkt vors Auge projiziert. In diesem Artikel erzählt die sehbehinderte Kanadierin Jaclyn Pope, wie sie mithilfe dieser E-Brille in der Lage war, Apps zu mehr Barrierefreiheit zu verhelfen.
 

Podcast: What's up WID

Außerdem möchte ich auf diesen Podcast aufmerksam machen: What’s up WID des namensgebenden World Institute of Disability. Dort wird alles besprochen, was es weltweit in der Behinderten-Community Neues gibt. Auch in amerikanischer Gebärdensprache und als Transkripte verfügbar.
 

Disability advocate Al Etmanski wants Canada to make history with a new guaranteed-income policy (theglobeandmail.com)

Immer wieder teile ich Berichte, in denen es darum geht, dass Menschen mit Behinderung sehr häufig von Armut betroffen sind. Der Kanadier Al Etmanski kämpft nun für ein Gesetz, das Menschen mit Behinderung Einkünfte über der Armutsgrenze garantiert. Kanada wäre somit das erste Land, das einen solchen Schutz für Menschen mit Behinderung gewährleisten würde. Drücken wir die Daumen, dass Al Erfolg hat und andere Länder nachziehen.

Social Media Post der Woche

Tweet: "CROWDSOURCING: Let's get a thread going of your fave books by disabled authors. (The books don't have to be specifically about disability.)   Lots of people ask me for recs, but I'm not some kind of authority here. So, what would you recommend?  #BookTwitter #DisabilityTwitter"
CROWDSOURCING: Let's get a thread going of your fave books by disabled authors. (The books don't have to be specifically about disability.) Lots of people ask me for recs, but I'm not some kind of authority here. So, what would you recommend? #BookTwitter #DisabilityTwitter

Neues von den Sozialheld*innen

Vielen Dank für ein großartiges 2021! Ihr seid unser Booster! XOXO Eure Sozialheld*innen
2021 hat uns allen wieder viel abverlangt. Und gleichzeitig haben wir gemeinsam viel bewegt - wie die Highlights aus unserer Arbeit zeigen. Wir sagen Danke und freuen uns darauf, auch das nächste Jahr mit euch zusammen im Kampf für Inklusion und Barrierefreiheit zu rocken!

Außerdem

Job-Angebot: Lohn- und Gehaltsbuchhalter*in (w/m/d) - 100% Home Office

assistenz.de

"Assistenz.de leistet persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung. Dazu gehören insbesondere Pflegeleistungen, aber auch Freizeitbegleitung oder Arbeitsassistenz. Assistenz bedeutet für uns, dass wir nicht fremdbestimmen, sondern unseren Kundinnen bei der Umsetzung ihrer Ideen assistieren. Dazu gehört, dass Kundinnen Bewerbungsgespräche mit Assistentinnen selbst führen und Dienstpläne mitgestalten. Als Lohn- und Gehaltsbuchhalterin (w/m/d) in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis unterstützt du unsere Kundinnen und ihre Arbeitnehmerinnen bei Personal- und Lohnfragen. Du bist verantwortlich dafür, dass unsere Kundinnen über Ihre Pflichten und Rechte als Arbeitgeberinnen aufgeklärt werden und dass diese auch ordentlich und nach den Bestimmungen der Träger ausgeführt werden."


Buch: Manuela Staschke-Sautter „Verstörungen“

edition-outbird.de

In „Verstörungen“ begibt sich Manuela Staschke-Sautter in die Welt der menschlichen Psyche. In fesselnden, beklemmenden Miniaturen öffnen sich die Gefühlslandschaften, Nöte und Einschränkungen hinter dem Grau einer Depression, der kalten Grandiosität einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, der Selbstkasteiung von Magersucht oder der Paranoia einer drogeninduzierten Psychose. Ein Buch, das mit Tabus bricht und zur Diskussion anregt.


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