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heute gibt's wieder handgepflückte Links über Inklusion & Innovation, eine Kolumne von Victoria Michel und einen neuen Tipp der Woche!

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☀️Grüße,
Raul
 

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Kolumne


Victoria MichelVictoria Michel
lebt mit Muskeldystrophie und Assistenz in Bochum und studiert dort Sozialwissenschaften. Sie setzt sich für Inklusion und den Abbau sozialer Barrieren ein, indem sie zu diesen Themen Vorträge hält und Texte auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht.
   

Hallo! Hier bin ich!
Gestern war ich bei einer neuen Zahnärztin. Wahrscheinlich werden sich die meisten jetzt fragen, was daran denn bitte so interessant sei, dass ich gleich darüber schreibe. Eigentlich war das ganze auch ziemlich unspektakulär, aber ich hatte trotzdem ein ziemliches Aha-Erlebnis: Sie hat während der gesamten Behandlung ausschließlich mit mir gesprochen - nicht über mich!
Seit ich mich zurückerinnern kann, denken Menschen, denen ich begegne, dass ich nicht sprechen kann oder sie nicht verstehe, weil ich mich mit einem großen Elektrorollstuhl fortbewege. Egal ob ich mit Freund*innen ausgehe, Lebensmittel einkaufe oder mir im Kosmetikgeschäft einen neuen Lippenstift aussuche, es wird fast nie mit mir, sondern meist mit meiner Begleitperson gesprochen. Wenn es in der Umgebung laut ist und ich schwer zu verstehen bin, weil ich sehr leise spreche, kann ich dieses Verhalten sogar irgendwie nachvollziehen. Im Alltag ist das aber ja zum Glück selten der Fall. Dann finde ich es immer sehr unangenehm, wenn ich z.B. einer Mitarbeiterin in einem Laden eine Frage stelle, diese aber nicht mir sondern meiner Assistentin antwortet. Meistens stehe ich dann erst etwas verdattert da, sage dann aber bestimmt: „Hallo! Hier bin ich! Sie dürfen gern mit mir sprechen, denn meine Assistentin hat mit der Sache nichts zu tun!“
Leider habe ich noch immer nicht so richtig herausgefunden, woran dieses Verhalten liegt. Ist es Unsicherheit? Bestimmt! Aber wenn ich klar und deutlich eine Frage stelle oder auf eine gestellte Frage antworte, dürfte eigentlich klar sein, dass ich eine kompetente Gesprächspartnerin bin.
Beim Einkaufen oder im Café sind solche Situationen einfach nur nervig, aber wenn Ärzt*innen nicht mit mir sprechen, kann es teilweise gefährlich werden. Außerdem ist es einfach respektlos, mit jemand anderem in meinem Beisein über meinen Körper zu sprechen. Ich bin schließlich diejenige, die sich am besten mit meinem Körper und meinen Bedürfnissen auskennt. Das Erlebnis mit meiner neuen Ärztin, die noch nicht mal erwähnt hat, dass ich im Rollstuhl sitze und ganz selbstverständlich alles gemacht hat, wie sie es bei jeder anderen Patientin auch tun würde, war deshalb wirklich eine Wohltat für mich!
Ich wünsche mir wirklich, dass es mehr Menschen gibt, die jedem Gegenüber, egal ob mit oder ohne Behinderung ganz normal begegnen. Traut euch! Und wenn das nicht geschieht, hoffe ich, dass mehr Menschen den Mut haben, eine vernünftige Kommunikation einzufordern, denn: „Hallo! Wir sind hier und haben eine Stimme!“

Tipp der Woche

Inklusionslandkarte
Die Inklusionslandkarte ist eine Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung und dient dem Zweck Institutionen, Organisationen, Verbände, Projekte und Sportangebote, die sich mit Inklusion beschäftigen bzw. inklusiv werden wollen, in einem Medium übersichtlich zusammenzufassen. Auch Fachpersonen, die als Ansprechpartner*innen und/oder Referent*innen zum Thema Inklusion fungieren, können sich in die Karte eintragen. Weiterhin kann jede/r die eingetragenen Projekte nach einem festgelegten Punktesystem bewerten, um den Grad der Inklusivität zu verdeutlichen. Die Landkarte soll dazu beitragen einen Überblick über die vielfältigen Angebote zu erhalten und zum Austausch anzuregen.
Handgepflückte Links

„Niemand sagt, dass Inklusion einfach und umsonst zu haben ist“

https://www.deutscher-engagementpreis.de/newsletter/interview-raul-krauthausen/

"Oft heißt es, dass Inklusion nur umgesetzt wird, wenn es keinen Aufwand macht. Das ist ein großes Problem. Es geht nicht darum, Plakate zu kleben und damit für Inklusion zu werben, oder zu sagen, wir müssen die Barriere in den Köpfen senken, bevor wir alles andere tun. Ich glaube, es ist genau andersrum! Erst die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung kann die Barriere in den Köpfen senken. Um Begegnung zu ermöglichen brauchen wir Rampen, Untertitel, sowie Räumlichkeiten und Gelegenheiten, die barrierefrei sind. Dafür fehlen oftmals das Bewusstsein und auch die gesetzlichen Verpflichtungen. Wenn die physikalischen und bürokratischen Barrieren gemindert werden, sinken die Barrieren in den Köpfen von ganz alleine."


 

Video: Kein Geld für kranke Kinder

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/kein-geld-fuer-kranke-kinder-100.html?sfns=mo

Lange geplante Herz-OPs von Kindern werden kurzfristig verschoben. Rettungssanitäter wissen nicht, welche Klinik sie ansteuern können. Eltern müssen in entfernte Kliniken pendeln. Warum vernachlässigt das Gesundheitssystem unsere Kinder?


 

Nach Protesten: Behinderter Afghane doch nicht abgeschoben

https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/nach-protesten-behinderter-afghane-doch-nicht-abgeschoben-1.9507529

Eigentlich hätte Hossain A. am Mittwochabend nach Afghanistan abgeschoben werden sollen. Der geistig behinderte 26-jährige Afghane aus Nürnberg saß bereits seit Mitte Oktober in Abschiebehaft. Im letzten Moment stoppte das Innenministerium die Abschiebung des jungen Mannes in sein Heimatland.


 

Deutsche Bahn lässt Rollstuhlfahrerin Anna Mühlhause regelmäßig am Bahnsteig sitzen

https://www.rtl.de/cms/marburg-trotz-mobilitaetsdienst-deutsche-bahn-laesst-rollstuhlfahrerin-anna-muehlhause-regelmaessig-am-bahnsteig-sitzen-4432940.html

Weil sie im Rollstuhl sitzt, ist Anna Mühlhause auf den Mobilitäts-Dienst der Deutschen Bahn angewiesen. Aber der lasse sie regelmäßig im Stich, sagt sie.


 

Deutsche Bahn will Rollstuhlfahrerin den Zutritt verweigern – weil ein Klo kaputt ist

https://www.thebestsocial.media/de/deutsche-bahn-will-rollstuhlfahrerin-den-zutritt-verweigern-weil-ein-klo-kaputt-ist/

Ein Twitter-Thread hat für viel Aufsehen gesorgt. Die Journalistin und Rollstuhlfahrerin Cécile Lecomte wollte mit dem ICE nach Lüneburg fahren. Eine Stunde dauert die Fahrt. Doch die Zugchefin will sie nicht einsteigen lassen – weil das Behindertenklo kaputt ist. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.


 

Podcast: Barrierefreiheit ist der Kanarienvogel im Kohleschacht

https://www.hobbyquerschnitt.de/2019/11/08/barrierefreiheit-ist-der-kanarienvogel-im-kohleschacht/

Björn Schulz unterhält sich mit Christiane Link über den ÖPNV und die Unterschiede zu Großbritanien. Anlass war ein Video des Ride-Sharing Unternehmens MOIA in Hamburg. Das Unternehmen wirbt darin, dass wenn man mit dem Unternehmen fährt einen Betrag für Menschen mit Behinderung spendet. Das ist insofern komisch, weil die Fahrzeuge des Unternehmens nicht barrierefrei sind. Sie sprechen auch noch über die Deutsche Bahn und wie der ÖPNV in Großbritanien gelöst ist.


 

Blog Reisegruppe Niemand

https://kobinet-nachrichten.org/foren/blog-reisegruppe-niemand/

Vom 12. - 15. November findet eine ziemlich spannende Bahntour anlässlich des 25jährigen Inkrafttretens des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz statt. Die Reisegruppe Niemand aus 5 Leuten macht sich auf den Weg, um mit Regionalzügen alle Landeshauptstädte Deutschlands anzufahren und live darüber zu bloggen.


 

Video: Rollstuhl-Challenge im Kliemannsland

https://www.youtube.com/watch?v=Ku2ccnLhVhI

Was sollte besser nicht machen, wenn man Glasknochen hat? Auf jeden Fall nicht riskante Rollstuhl-Rennen über Rampen und Kopfsteinpflaster! Leonard ist im Kliemannsland zu Besuch und tritt gegen Fynn in einer rasanten Rollstuhl-Challenge an. Wer hat die besseren Skills? Außerdem testen sie Leonards neue Kamerahalterung “Made in Kliemannsland” auf Herz und Nieren - ob dabei alles gut geht? Schau’s dir an!


 

Video: Dating-App Check: Was mit Behinderung nutzen?

https://www.youtube.com/watch?v=hlAnIe6m4tA

Welche Dating-Apps sind gut, wenn man eine Behinderung hat? Amelie und Leonard bewerten Apps wie Tinder und co. Neben den bekannten Angeboten gibt es aber auch Flirt-Apps extra für behinderte Menschen. Macht das wirklich Sinn? Amelie und Leonard probieren’s aus! Und dann bekommt Leonards Tinder-Profil noch ein Makeover von Amelie, die ganz genau weiß, wie man sich richtig in Szene setzt.


 

Video: Was ist der Unterschied zwischen "Musikdolmetschen" und Musikperformance?

https://www.facebook.com/109317563800592/posts/151691489563199?vh=e&d=n&sfns=mo

Es gibt viele Fragen über uns. In diesem Video wird auf einzelne Fragen eingegangen. Was ist der Unterschied zwischen Musikdolmetschen und Musikperformance?


 

"Der Mutant" 2. Podcast-Folge: Und was ist mit Tee?

https://dermutant.com/2019/11/07/podcast-2-was-ist-mit-tee/

Sugardaddy Fidi und Purist René diskutieren in der 2. Folge über südkoreanisches Autorenkino, Inspiration-Porn und Cloud-Gaming. Ab jetzt dann jede zweite Woche dienstags eine neue Folge. Das schockt natürlich.


 

PDF: Projekt SEGEL – Schwierige Entscheide – GEmeinsame Lösungen

https://www.fhsg.ch/fileadmin/Dateiliste/3_forschung_dienstleistung/kompetenzzentren/ethik_und_nachhaltigkeit/Adler_et_al_2018_Partiz_eth_Entscheidungsfindung.pdf

Ein Fachteam und Menschen mit Beeinträchtigung sollen gemeinsam über wichtige Fragen entscheiden. Wie geht man vor bei schwierigen moralischen Entscheidungen?


 

Tabula Musica - Musik für Alle!

https://tabulamusica.ch/

Mit der Veranstaltungsreihe Zukunftsmusik 2019 wird vom 19. – 20. November der Frage nachgegangen, wie die professionelle musikalische (Aus-)Bildung für mehr Menschen mit verschiedenen Behinderungen zugänglich gemacht und wie dies in die Schweizer Bildungslandschaft integriert werden kann. Welche Ansätze gibt es bereits und wie kann dies konkret umgesetzt werden?


 

Video: Ninia LaGrande modieriert neue Webserie: "Was für ein Theater"

https://www.facebook.com/freiestheaterhannover/videos/549971062241999/

Monatlich erscheint frischer Content aus Hannovers freier Tanz- und Theaterszene. Pro Episode wird eines der Freien Theater in seinem künstlerischen Schaffen und der individuellen Arbeitsweise vorgestellt, es gibt spannende Einblicke hinter die Kulissen und in die Köpfe der KünstlerInnen. Moderiert von Ninia LaGrande.


 

Sarah George beim "12. Care Slam" slamt über Jens Spahns Reformgesetz "RISG"

https://www.careslam.org/sarah-george-sarah-i?sfns=mo

“Sie nehmen mir nicht meine Familie! Sie nehmen mir nicht das Leben! Sie nehmen mir nicht das Leben! Sie nicht!”
Sarah George.


 

Theaterfestival "No Limits" - Inklusiv auch beim Kuratieren

https://www.deutschlandfunkkultur.de/theaterfestival-no-limits-inklusiv-auch-beim-kuratieren.2156.de.html?dram:article_id=462794&sfns=mo

Beim Berliner „No Limits“-Festival stehen Menschen mit Behinderungen auf der Bühne. Nun wird es erstmals von einem Künstler mit Behinderung kuratiert: Michael Turinsky. Der Choreograf möchte Künstler zeigen, die ihre eigene performative Stimme erheben.


 

Audio: Barrierefreiheit bei Haushaltsgeräten

https://www.barrierefrei-aufgerollt.at/sendung-29-barrierefreiheit-bei-haushaltsgeraeten/

In dieser Sendung geht es um das Thema Haushaltsgeräte. Dinge wie Ofen, Waschmaschine oder Geschirrspüler gibt es fast in jedem Haushalt und sie erleichtern vieles. Doch die moderne Technik wie Sensorentasten oder Touchscreens hat dazu geführt, dass diese Geräte vor allem für sehbehinderte und blinde Menschen aber auch für Menschen, die keinen guten Tastsinn haben oder motorisch eingeschränkt sind immer schwieriger zu benutzen sind.


 

Förderprogramm 2020: Spielen und Inklusion

https://www.spiel-des-jahres.de/foerderantrag-stellen/

Dem Verein Spiel des Jahres es es ein wichtiges Anliegen, Vereine, Initiativen und Institutionen zu unterstützen, die das Spiel als Kulturgut in Gesellschaft und Familie fördern.


 

Berliner Manifest für menschenwürdige Psychiatrie

https://kobinet-nachrichten.org/2019/11/08/berliner-manifest-fuer-menschenwuerdige-psychiatrie/

Der Inklusionsbotschafter Thomas Künneke ist es leid, dass im Hinblick auf Menschen mit psychischen Erkrankungen und Beziehern von Erwerbsminderungsrenten neuerdings wieder in volkswirtschaftlichen Kategorien gedacht und von Nützlichkeit gesprochen wird. Seiner Ansicht nach müssen neue Ideen eines menschenwürdigen Umgangs mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen entgegengesetzt werden. Hierfür haben sich Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Angehörige und Fachmenschen aus dem Unterstützungssystem (Trialog) zusammengesetzt und das Berliner Manifest erstellt.


 

Able bodied privilege

https://www.facebook.com/wheelchairrapunzel/posts/692579307817693

Since becoming more involved in disability advocacy, Alex Dacey found that there are things she never quite knew a lot about that describe what she's been feeling her entire life perfectly. One of those things is ABP. Similar to white privilege, ABP is embedded in social and institutional facets of our society. By virtue of yourself being able-bodied, you have many privileges that disabled people don’t have. It’s important that we are aware of these privileges so that we can better understand the discrimination and marginalization disabled people face and hopefully, try to reduce it.


 

Is There a Right Way to Be Deaf?

https://www.nytimes.com/2019/11/07/opinion/health/is-there-a-right-way-to-be-deaf.html?sfns=mo

Sarah Katz's always felt like the object of a constant tug of war between the deaf and the hearing communities.


 

Disability and getting a period: let's get uncomfortable

https://www.wheelchairrapunzel.com/blog/2019/10/10/disability-and-getting-a-period-lets-get-uncomfortable

As we begin to talk more openly about periods and women’s experiences with them and how it’s looked at in society — Alex Dacey wanted to shed light on the disabled period perspective.


 

Video: Sinéad Burke Says Fashion Has the Power to Change Society

https://www.youtube.com/watch?v=zWgTNK--IOs&app=desktop

Sinéad Burke talks about attending the Met Gala and landing the cover of British Vogue, blogging about fashion and having a mannequin made from a mold of her body.


 

Video: Why is Life So Hard for Disabled People in This Country?

https://www.youtube.com/watch?v=sZozCkGbueQ&feature=youtu.be

Accessibility for disabled people in the UK is appalling, and we need to do better for people like Amelia.


 
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